1584.
7. Januar 249. Amtmann und Landschreiber zu Oppenheim anOppen- Johann Casimir.
heim
Das heftige Gebahren der dortigen Prädikanten, namentlichdes Superintendenten Conradus Geraeus und seines Caplans Godo-fridus Hesshusius. Auf ihr Abmahnungsschreiben erhielten sie einesehr grobe Antwort, 1 ) Hessen es aber bei einem kurzen Protest.Da die Schmähungen auf der Kanzel fortdauern und allen Nicht-ubiquitisten die Taufe ihrer Kinder verweigert wird, bitten sie umWeisung, wie hiegegen zu verfahren.
Marb. Pf. Simmern Vorm. I. Cop.
1) Vgl. no. 241 A. 2. Die erwähnte Antwort, 21. Dez. 1583, sprichtvon dem frevelhaften Unterfangen der politici, einen Fuss auf die Kanzelzu stellen, und wirft den Beamten vor, sie „singen frölich dos gottlosenNeronis liedlein daher: Sie volo, sie iubeo, stat pro ratione voluntas".Aber sie die Geistlichen wollten es gar nicht besser haben, als diePropheten, Christus und die Apostel, Johann Friedrich von Sachsen,Philipp von Hessen und Herzog [Kf.] Ludwig. Sie erinnern anStephanusund Saulus, an den Antichrist zu Eom und die spanische Inquisition undwerfen den Beamten vor, sie hätten kürzlich zu Lebzeiten Kf. Ludwigszu Ingelheim heimliche Conventikel und Winkelpredigten, auch ver-meinte sacramenta gehalten und einen Teil der armen Untersassen dazuverlockt. — Ueber dieses widerlich freche Treiben der lutherischenGeistlichen äusserte sich vielleicht am Schärfsten L. Wilhelm gegenüberden Gesandten J. C. (vgl. ihren Bericht aus Cassel vom 21. Dez. Mc).Er sagte: „Wan landgraff Wilhelm dabei [bei J. C. Unterredung mit denHeidelberger Geistlichen] gewespn, hette er mit seinem stecken drin ge-schlagen und die pfaffen mit fusaen gedretten; wolte mit inen umbgangcnsein, wie der churf. von Sachsen mit seinen pfaffen: sie nicht von ban-den lassen, sunst wurden sie E. F. Gn. [J. C] in der ganzen weit aus-schreien, sondern beiden teilen concordiam Buceri fürhalten und die-jenigen, so dieselben nicht annemen wollen, setzen, bis sie sich wol be-dachten und zamer worden. Seien vom babst bestelt, chur und forstenin einander zu hetzen. Wo auch E. F. Gn. alsbalt ire heuser und bib-liothecas wurde dorchsuchen haben lassen, wurde dieselbe wol etwas