Druckschrift 
2 (1884) 1582 - 1586
Entstehung
Seite
379
Einzelbild herunterladen
 

449-450. 1586 379

Beckmann III, 126 f. Eine Werbung von Wilhelms Rat Anton von 20. MalWersabe (Nebeninstr. vom 14. Juni) bei Sachsen Bchlägt mit Bezug aufdieses Anerbieten Se'gur's vor, sich mit Geld zur Aufstellung einesKriegshaufens gofasst zu machen.

450. Johann Casimir an Landgraf Wilhelm. ?£■ M&i

Heidel-

(Werbung und Beantwortung des kgl. Gesandten La Verriere. Ausführ- *>ergliehe Darlegung von J. C. Ansicht über die Pflichten einer christlichen

Obrigkeit.)

Am Pfingstahend kam des K. von Frankreich AmbassadeurMons r de la Verriere 1 ) mit 24 Pferden hier an. In der Audienzbrachte derselbe erst nur curialia Und salutationes vor, dann weiter,der König sei ihm und andern evangelischen deutschen Fürstenmit besonderer Freundschaft zugetan und daher von deren christ-lichem Mitleiden mit dem betrübten Zustand der Krone Frankreichüberzeugt; dann zeigte der Gesandte der Credenz entsprechend an,er solle Sachsen condoliren und unterwegs Mainz, W. und denAdministrator von Magdeburg besuchen. Daraus war leicht zuentnehmen, dass es nur darauf abgesehen sei, die Gesinnung dervornehmsten Fürsten und namentlich die Gedanken der evangeli-schen Häupter über die französische Verfolgung kennen zu lernen,um sich darnach richten zu können, und dass die Condolenz nurzum Vorwand diene. Er antwortete dem Gesandten, er habe vonjeher mit dem K. und dessen herrlichen Landen und Leuten herz-liches Mitleid getragen und würde nichts lieber sehen, als die Bei-legung dieser von Uebelgesinnten angestifteten Kriege, habe sichauch desswegen mit andern deutschen Fürsten einer Schickung nachFrankreich verglichen; es wundre aber die Fürsten und besondersihn, der am besten wisse, was für eine Gelegenheit es mit demaufgerichteten Frieden habe, und wie hoch derselbe beteuertworden, dass der K. diesem Frieden schnurstracks entgegen handleund seine gehorsamen Untertanen und Verwandten, die besten undgetreuesten Säulen seiner Krone, der Religion wegen zu verfolgensich habe bewegen lassen, während doch der K., die Krone unddie Untertanen sich während der Pacification wohl befunden unddas Vergangene zu vergessen und sich gegenseitig zu dulden ange-fangen hätten. Er müsse dieses Unheil dem Feinde alles Friedensund seinem Instrument, dem Papst und dessen Anhang zuschreiben,die ihre Absicht nur dadurch erreichen können, dass sie den K.erst um seine Reputation, dann um die Krone bringen; dazu seies der beste Weg, des K. nächste Agnaten und getreue Säulen,„ja den herrlichen bäum, der sovil schöner lilien ettlich hundertjähr hero getragen, genzlich umbzuhauen und zu fällen und mitseinen wurzeln auszurotten." Er hoffe aber, der K. werde diesesböse Vornehmen längst gemerkt haben und täglich auf die Abwehrsolchen Unheils bedacht sein.

„Als nuhn hierauf der gesandte sich vernemmen lassen, eshette S. K. W. etwas tun müssen, und fast so vil (doch nicht aus-