405-406. 1586 333
Der Schreiber hört, Georg Hans habe es trotz seines freundlichen Ab-12. Januarschieds von J. C. gewaltig übel genommen, dass man seinen Solm GeorgGustav mit der Aussicht auf die Feldherrnstelle zum Besten gehabt habe.Nun hätten bekanntlich die Guisischen Georg Hans längst gern in ihrKartenspiel gebracht; „dan ich endlich weiss, das durch ein fiirnehmenberren obristen ihme angebotten ist, er solle nur ihrer partei sein, sowolten sie die Pfalz angreifen under ihrem namen und auf ihren costenund er dörft sich nit erclären, das er der partei seie, biss zu seiner ge-legenheit." Auffallend sei, dass G. H., der nicht bald was auf der Leberzu behalten pflege, mit einem vom Adel über jene Zurücksetzung seinesSohns „gar kaltsinnig" und ohne ein Zeichen des Unwillens geredet undnur gesagt habe: „eB ist eben so bald sein glück als sein Unglück. Sedin flne videbitur, cuius toni". Malroy, Clervant u. a. Franzosen seienetliche Male heimlich in Bischweiler zusammengekommen, ob mit Wissendes Pf. G. H., sei ihm unbekannt. G. H. solle aber gesagt haben, manwerde veranstalten, dass Navarra in seinem ersten Zug nichts ausrichte,und damit den Hugenotten und den Deutschen das Herz nehmen ihm zu-zuziehen; „es nehme ihn wunder, das Pollweiler alles, was bei landgraveWilhelm verhandlet sei worden und durch seine räht bei andern churund fürsten neben dem von Clervant, als wisse". G. H. werde 6 TonnenGoldes in die Hand bekommen. „Er tractirt etwas mit Spanien durchFolweiler, es seie was es wolle. . . . Ich weiss, das er noch in die80 heuptleut in bestallung und mit Sachsen Lauenburg, so vor spanischgewesen ist, was vorhat." — Schon am 5. Jan. hatte der Hühnerfaut zuGermersheim Heinrich Gans an J. C. berichtet, Schönberg, der BeinenViehstand verkauft und angeblich dem König ganz abgedankt habe, haltesich zu Bischweiler auf; mit demselben verkehre von Lützelstein ausmons r Mallroy, der beim Pf. Georg Hans gewesen sei (Mb. 112/2a Cop.).— Eine von Trier an L Ludwig geschickte Zeitung vom 19. Jan. meldet,Dietz von Schönberg sei zu Heidelberg und nach eigner Angabe wegenmangelnderRecompens vom König zu den Hugenotten abgefallen; „welcherallerand und wunderbarliche anschläg gibt; etliche wollen vermuten, daser schier ein anstand mit dem könig in Frankreich haben soll". (Marb.Cop J. Vgl. mit diesen Mitteilungen no.382; 388; über die Persönlichkeitdes Dietrich von Schönberg I. 58 A. 1; 80.
2) M. Philibert fiel bekanntlich 1569 bei Moncontour. M. Jakobwurde damals in den Niederlanden verhaftet: am 17. Febr. bittet J. 0.Leicester um Auskunft, „en quel estat sont este et sont encores de pre-sent les affaires de mon cousin le marquis Jaques de Baden et sur quelBujet il a este retenu". Am 29. Jan. fertigte Georg Hans den DietrichWeyer an J. C. ab; er berief sich auf ein Sehr. Navarra's, der fallsJ. C. nicht selbst ziehen würde, seinen Sohn Georg Gustav zum Feld-herrn begehrt habe; da die Behauptung J. C. wolle persönlich ziehengrundlos ist und man vielmehr mit andern traktirt, fordert er Erklärunghierüber, da er sonst für seinen Sohn das Anerbielen der andern Partei(worauf er vier Wochen Bedenkzeit begehrt hat) annehmen würde. J. O.kann seinem Sohn das Schwert ohne Besorgniss in die Hand geben, daer sich ja zu einem Compromiss am K. Gericht sowie zur AuslieferungBeiner Grafschaften und Aemter an J. C. gegen Vorschuss erboten hat.J. C. soll eine schlimme Wendung verhüten, „dann wir als ein heroischgemüt herdurch wollen drunder oder drüber" (Marb. Pfalz Cop.).
406. Discurs des D. Heliseus ßöslin. 1 ) 12. Januar
HagenauDer König von Frankreich schickte „verschiene wochen" seineGesandten au Pf. Georg Hans mit Sehr, des Inhalts, G. H. solle