Druckschrift 
2 (1884) 1582 - 1586
Entstehung
Seite
59
Einzelbild herunterladen
 

71. 1583 59

Gelindigkeit jetzt bei den ohnedies gefährlichen Läufen am Platz. 25. JanuarDan es ist je weit besser, das man in dem articul, welcher vonanfangs für und für streitig gewesen, numehr, weil es so weitkommen, das es sich ferrer nicht halten lest, umb gemeiner ruhewillen etwas connivire und übersehe, als das man demselben sostraff nachgehen und, indem man in einem punct über dem religion-fridcn halten will, den frieden durchaus im reich vorlieren solt,wie dan, wan man es anders fürnehmen und die Seiten zu hochspannen wirt, nicht vorbleiben kan."

Hofft, der Kaiser werde diesem treuherzigen Bedenken statt-geben, und mehr auf das Beispiel seiner Vorfahren, besondersseines Vaters, als auf andere eigennützige Leute sehen und alleconsilia auf Erhaltung des Friedens richten. Erbietet sich dazunebst seinen Mitkurfi'. nach Kräften beizutragen;wie ich dannoch zur zeit alleine der Ursachen halben mich auf dem andernteil dieser Sachen mit annehme, damit ich auch doselbst abwendenhelfen möge, das nicht etwa zu tetlicher handlung geeilet werde.Dan wan ich und die andern meine weltliche mitchurfursten unsvon ihnen absonderten, vormerke ich wegen etzlicher leute, so sichmit anhengig machen, und andern umbstenden wol soviel, das dasfeuer wol ehr dan man sich versihet doselbst angehen möchte."Hat aber dieses Verfahren Erfolg, so müssen er und seine Mitkurff.sich so gegen sie erzeigen, dass sie ihr Vertrauen und ihre Folgegemessen. Was er tut und was er an den Kaiser schreibt, kommtnur aus treuherziger Fürsorge für das Vaterland und aus beson-derer Neigung zum Kaiser und zum Haus Oesterreiih.-)

[Eigh. Nachschrift:]

Allergenedichster keiser! E. Mt. wollen mir genedi.hst zu-trauen, das ichs hirmit ganz treulich und gutt meine und alleinauf gemeine wolfart sehe, bitte demnach untertenichst, E. K. M.wollen diese meine als dere getreuen dieners wolmeinunk in achtuemen. Ich wolt E. K. M. villiber raten, was derselben anmutigersein mochte. Es wollens aber je die iezigen leufte, allen umb-stenden nach, nicht leiden, wo anders ruhe und fride im reich er-halten werden soll. E. R. K. M. untertenichster treuer diener

Augustus churfurst."

Dr. 8927, Köln. Sachen 2. Buch. Conc. Wh. R.-Hofrat Decifa 19. Or.

1) Vgl. no. 60.

2) Eine Cop. dieses Sehr, schickte Kf. August an Trier (26. Januar,Ma. 130/1 f. 260 Cop.), um auf dessen Erklärung in der kölnischen Bachemit gleicher Offenheit zu antworten. Trier entgegnete am 12. Febr. miteinem ausführlichen Gutachten, gegen jede Limitation des Rel.-Friedens(Dr. 8927 köln. Sachen 3. Buch. Or.). Am 23. Jan. hatte August dieWerbuDg des Gesandten Gebhards [vgl no. 62 A. 2] dahin beantwortet, mansolle mit dem Ausschreiben noch warten, von der Verehelichung nochnichts sagen, besonders den Vorwurf einer Abschaffung der päpstlichenReligion und Säkularisation entkräften; er sei bereit mit den andern welt-lichen Kff. den Kaiser zu beschicken, ev. auch Dänemark und Englandanzugehen, und wolle mit Brandenburg an Capitel und Landschaft schrei-ben (Ebd. 2. Buch Cop.). Andreas Pauli schreibt an Dohna (Dresden23. Jan. Bm. Coli. Cam. XXIV. Cop.):Hie in ea causa bene affectisumus, ut M. V. ex quos dixi legatis luculentius intelliget"; übrigens