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2 (1884) 1582 - 1586
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Die Religionskriege sind erfahrungsgemäss die verderblichsten,sintemal denselben ein ider nach seiner andacht ungescheuet mithänfen zuzufallen und nicht eher abzulassen pfleget, es sei dan dasein teil das ander ausgerottet habe." Im Reich ist die Gefahr umso grösser,weil es mit den beiden underschiedlichen religionen sosehr gemenget und einer gar nahe bei dem andern sitzet", so dassdas Feuer überall angehen würde; an Vermittlern fehlt es gegen-wärtig und so würde es nur mit der Bewältigung des einen Teils'sein Ende finden. An violen Orten würde die Obrigkeit, zumal dieGeistlichen, vor den eignen bedrückten Untertanen der A. C. nichtsicher sein. Endlich würden die ausländischen Potentaten redlichin das Feuer blasen, Partei ergreifen und der Sieger das Reichgar unterdrücken. Verweist auf Parma und Alencon, die wohl fürsErste von beiden Teilen abgewiesen wurden. Auch der Erbfeindkönnte dann gegen Ungarn und das Reich erregt werden.

Der Kaiser möge also beizeiten der Gewalt vorzubauen suchenund dem Capitel die Einstellung der Neuwahl gebieten.Ich fürmein person, wie auch im eingang gemeldet, koute gescheen lassen,das ein ider geistlicher sich also in die sache schicket», damit esdes puncts sowol als anderer halben bei dem aufgerichten religion-frieden verbleiben möchte, wolte auch je so wenig mit willen etwasveruhrsachen, so den religionfrieden zuwieder ahngesehen werdenkonte, als jemands anders, wan es nur die leufte an ihnen selbstauch leiden wollen.

Es ist aber nie keine Ordnung oder Satzung so heilsam, köst-lich und gut gewesen, das sie nicht etwa, nach gelegenheit derleufte, fernere Vorsehung bedorft hette"; das erweisen nicht nur dieLehren vieler alter Weisen, sondern auch die häufige Veränderung,die Gott mit der Polizei seines Volks vornahm.Und lassen sichsonderlich die religionssachen mit menschlicher vornunft, machtoder gewalt also gewiss und eigentlich nicht fassen, das nicht demalinecbtigen freistehen solt, wie er der menschen herzen und sinleiten und füren will. Darümb es in dergleichen Sachen, welcheman mit menschlicher vornunft ohne grosse Zerrüttung nicht eudernkan, das sicherste, das mans ihme entphele und nach dem rat desGamalielis dahin stelle: Ist das werk aus gott, so wirt mau esnicht dempfen können; ist es aber aus den menschen, so wirt esselbst undergehen.

Dieweil auch der religionfrieden fürnemlich zu erhaltung ruhenund friedens aufgerichtet, so wolte je nicht zu raten sein, das manmehr auf die wort desselben als auf das, was gemeine ruhe undfriede notwendig erfordert, sehen wolt, sonderlich aber bei demartieul, welcher mit der gelegenheit, wie oben gemeldet, gefast unddessen man nicht recht einig gewesen, sonderen alleine, so laiigees die zeit und leufte leiden wollen, geduldet, aber bei disen für-stehenden werk aus angeregten umbstenden ohne grosse trennungund Zerrüttung lenger nicht wirt erhalten werden können." DieVorfahren des Kaisers und die Stände der andern Religion habendamals um gemeiner Ruhe willen trotz allen Eifers für ihre Reli-gion und trotz des päpstlichen Widerspruchs denen von der A. C.viel nachgegeben und später nachgesehen; um so mehr wäre diese