24. 1582 21
24. Barvitius an Dandorff. 22. Novbr.
(Französische Absichten auf Aachen und Köln. Türken in Antwerpen. ^ ot)lellzBestürzung am trierischen Hof.)
.....Am 15. November berief das Capitel [Friedrich
von] Sachsen aus Zons, Solms und Winneberg aus Bonn. DerErzb., vielleicht durch Verräter benachrichtigt, befahl zugleich, abervergebens dem Suö'ragan und dem Siegelbewahrer in Zons, Sachsenzur Leistung des Treueids zu zwingen......Der Reiter-führer Rumffius 1 ) aus Bonn geschickt, manche behaupten an Alen-con. Syndikus Steinwich erzählte ihm (was viele bestätigten), derK. von Frankreich habe den Aachenern sehr freundlich geschriebenund Immunität in ganz Frankreich angeboten. Nachricht aus Ant-werpen, vier Türken hätten dort im Namen der türkischen Kauf-leute um Erlaubniss zu einer Niederlassung nachgesucht; der Rathabe die Werbung gut aufgenommen und die Gesandten festlichbewirtet. 2 ) Jülich schrieb an den Kölner Rat, die Truppen Alen-cons lägen noch zu Alpen.....Graf Gerhard von Gerol-stein berichtete einigen Capitularen, er habe mit Hohenlohe, Hohen-saxen u. a. Führern der Alenconischen gezecht, „ex omnibuscolloquiis et eorum sermonibus intellexisse illos iam spe devoraretotam Colonicnsem proviuciam." 3 )............
Er traf den P. Oliverius nicht mehr in Coblenz, sprach abermit dem Kanzler und mit dem Erzb. selbst wiederholt ausführlichüber die kölnische Sache. Grosse Bestürzung am hiesigen Hof.Der Erzbischof hatte an Köln freundlich geschrieben, wegen derkriegerischen Bewegungen gefragt und für den Fall eines fremdenAngriffs Hülfe versprochen, „ut eliceret aliquid." Köln erklärteaber nur, er habe, da sein Gebiet „utrinque" bedroht sei, Bonnbefestigen müssen. 4 ).......
Ma. 130/1 f. 40 Or.
1) lieber den Rittmeister Ludwig Rumpf vgl. Kleinsorgen p.17;Isselt p. 56; 64; über seine Sendung Gachard, Corr. de Guillaumele Taciturne V, 150. Der kölnische Stadtsyndicus Dr. Steinwich hattevor der Wahl Kf. Gebhards gegen Ernst von Baiern agitirt, L o ssen I, 570f.
2) lieber diese türkische Sendung nach Antwerpen, die natürlich mitdem Gerücht einer französisch-türkischen Allianz zusammengebrachtwurde, vgl. Alonso Vazquez, los sucesos de Flandes y Francia deltiempo de Alejandro Farnese, in der Coleccion de documentos inöditosLXXII (1879), 400; Thuanus LXXVI. 4; hiezu Desjardins, N6go-ciations de la France avec la ToscanelV, 449; Alberi, Relazioni degliambasciatori Veneti I. 4, 447.
3) Graf Philipp von Hohenlohe, nachmals Schwiegersohn Oraniens,und Freiherr Johann Philipp von Hohensaxen, damals beide im Dienstder Staaten. — Ueber die alengonischen Pläne äussert sich ein Sehr, ausKöln vom 26. October, wovon der Kaiser einen Auezug seinem Sehr, anGail vom 7. Nov. beilegte, ausführlicher: ,,Praetermittere non possum,legatos ad comitia Augustana ab Alanconio misso's hac in Belgium tran-siisse. Jactarunt, uti dicitur, sibi quidem non fuisse faetam copiam di-cendi, imo vero latuisse, attamen cum Protestantium urbibus et aliquotreformatae quam vocant religionis prineipibus communicasse consilia,quae sint valde profutura suae causae [vgl. I. 418 A. 14]. Operamsane navat Alanconius per commissarios, ut res Romani imperii inGermania perturbet multaque praetextu Aquisgranensium, quos secretocallideque concitat ad res novas, dam moliri fertur. Gloriaturque,