18 15B2 19—20.
10. Novbr. 1) Diese Partie über Julius von Würzburg ausführlicher wieder-
gegeben in einem Aufsatz von Lossen (Forschungen zur deutschen Ge-schichte 1883), wo auch die sonstigen Belege für die Missstimmungdes Bischofs gegen Rom zusammengestellt und seine Absichten auf dasStift Fulda, hinter denen sich keineswegs Sympathien mit dem Prote-stantismus bargen, in das richtige Licht gesetzt sind.
15. Novbr. 20. Landgraf Wilhelm an Johann Casimir.
Zapfen- b
bürg
Auf dessen Sehr, [vom 19. Okt.]. Teilt Werbung und Beant-wortung des Dr. Sch'wartz mit. 1 ) Dreissigjähriger Friede; ist nichtder Ansicht J. C, dass die Lage jetzt günstiger sei als zur ZeitKarls V, da er die Papisten mächtig und mutig, 2 ) die Stände A. C.so getrennt und kleinmütig findet, „das sie sich schier recordationedesselbigen kriegs vor ihrem eigen schatten furchten." VermutlicheWidersacher des Bischofs, dem er zur paulinischen Dissimulationgeraten, ßesorgniss, dass Sachsen, Brandenburg, Braunschweig, quodipsi faciunt, bei andern missbilligeu und laviren, wo nicht gar denPapisten beispringen wollten. P. S. Nach dem Bericht eines Ratesist diese Sache leider schon ganz offenbar und das Gespräch in denWeinhäusern. Auf solche Weise höchstens grosses Blutvergiessenzu erwarten.
Mb. 93/5 f. 282. Or. (Fragm^ vgl. eine Copie in Marb.)
1) Die Werbung dieses nassauischen Rats (2. Nov.) greift ausführ-lich auf Gebhards Bekehrung zurück. Als G. nach seiner Wahl sich denPäpstlichen anschloss, gerieten die, welche sich seinethalben mit vielerLeute Unwillen beladen hatten, in grosse Schwermut und etliche vonihnen zeigten G. offen an, falls er die verlangten Aenderungen nicht insWerk richte, „das dan sie die freunde sich auf die besorgte künftigenottfelle S. Ch. Gn. weiter nicht annehmen wurden können". Als dieseErinnerung von den Freunden und Verwandten verschiedene Male viel-fältiglich geschehen, rührte Gott das Herz des Kf., dass er das, was ihmwohlmeinend untersagt worden, einstellte und sich etliche Monate allerpolitischen Handlungen soweit möglich entschlug, um sich mit Gott zuversöhnen. Nach endlicher Erkenntniss der Wahrheit teilte der Kf. seinenEntschluss zu resigniren etlichen seiner vornehmsten Freunde mit, dieaber diesen Entschluss mit verschiedenen Argumenten, u. a. mit demHinweis auf die erneuerten Hoffnungen Lüttichs und auf die vorhandeneNeigung benachbarter geistlicher Fürsten sich offen zur wahren Religionzu bekennen, bekämpften. Nach etlichen Monaten weiteren Erwägensentschloss sich der Kf. endlich im Sinn der Freunde. L. W. Antwort(Zapfenburg 10. Nov.) rät dem Kf., seine Absicht solang als möglich ge-heim zu halten, namentlich den Mitcollegen gegenüber, und sich allmäh-lich durch Intercessionen der evangel. Fürsten zur Gestattung der Pre-digt scheinbar nötigen zu lassen, sich unter den Fürsten der A. C. vorAllem Brandenburg, Magdeburg und Braunschweig zu nähern und ihnen den"Verdacht zu benehmen, als ob. er mehr igne cupidinis als Spiritus sanetigetrieben worden sei.
2) In seiner Antwort vom 27. Dez. (Marb. Or.) meint J. C. u. a.,der Landsberger Bund werde bald ein Loch haben, da die Bundesständemit ihrem Haupt [Baiern] unzufrieden und viele davon diesem Werkgünstig seien.