Druckschrift 
2 (1884) 1582 - 1586
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

16 1582 18

November, es ihm allein zu tragen zu schwer, und einen guten Discurs machenlassen, was pro et contra zu bedenken, wie man sich rüsten und dieGeschäfte verteilen soll. Man würde dabei die Schädlichkeit ge-wisser Mittel erkennen, auf die man schier die meiste Hoffnung hat.Wolan, es stehet alles in gottes banden ; menschen Weisheit, ge-walt und macht kan oder vermag ohne oder auch wieder ihnennichts. Da wir nur uns allein an ihnen und sein wort halten unddie Vernunft oder weltweisheit vom rechten weg nit abfuhren nochkleinmutig oder vermessen machen lassen, sondern ihm allein ehrund uns in seine händ allerdings ergeben, so hat es kein gefahr.Ich forcht aber an diesem ort nichts mehr dan Bileams rat; woder feind und gegenteil dasselbig vorteil kan erlangen, nemblichdas euer collega mit dem geringsten von gott und seinem wortals der richtschnur abweicht, so hat er gewonnen. Darurab sobit ich meinen bruder, er wolle hierfor helfen weren, soviel alsimmer meglich.

Euer collega zu Augsp. für etlichen jähren (der weiss Moriankurz und dick bei der erden) ist wieder kommen von dem man,der sich wohl mit den beumen und hecken bat schlagen dürfen. 2 )Und obwohl dcrselbig helt sich seines aubringens zum höchsten undmit grosser danksaguug zu gott erfreuet und das intenturn hoch ge-ruhmet, so will er doch der vogel keiner sein, der am ersten uffden herd falle, sondern erbeut sich dem alten stylo nach zu denbeganten [!] abgottern und dem mehrern.

Das ich die antwort des obangedeuten kempfers, welche gesternerst nachkommen, nit mitschicke bei euerem boten, ist die ursach,weil sowohl der referens als auch der consulens gottes almechtig-keit allerdings (wie gleichwoll got der her dieselbe erfordert) undohne condition und anderer abgotter willen und beistand nit glau-ben und derhalben mit allem vleiss zur heuchelei und gegen dieöffentliche bekantnus, biss der man allerdings gefast und kein ge-fahr mehr furhandeu,, sondern der religionsfrieden ganz für unssei, raten. Derwegen ich dan dieselbe ohne anderer gotseliger ver-stendiger menner beigefugte christliche erinnerung und vermanungeuerem collega nit zukommen lassen wollen; dan sie beide heftigdaruff gehen, euer collega 3 ) muss in ansehung des religionfriedensfür seine persohn mit der bekantnus und dem exercitio noch einzeit lang einhalten, da bei dan kein segen noch gluck numer seinwurde. Wollet derhalben für solchen und dergleichen humanisconsiliis und gefährlichen verderblichen mittein helfen warnen undwehren, soviel an euch ist. Euer collega der lese Mosen, das buchJosua, der richter, konig und cronick, wie auch sonsten durchausgottes wort; da wirt er creftigen rat, grosse Weisheit, trost undSterke finden. Ausserbalb dessen und sobalt er sich uff A. C, re-ligionfrfeden, jurisdische ratschlege, temporisiren und heuchelei gebenwill, so ist, soviel sein persohn belangt, so lang kein besserungvolget, kein hoffnung mehr."........

Wiesbaden, Dillenb. Archiv C 420 f. 100. Cop.

1) Die Kirchen.

2J Offenbar L. Wilhelm; derCollega" ist Dr. Schwartz. Ueber diehessische Antwort äussert sich Witgenstein in einem Sehr, an Gr. Johann