Druckschrift 
2 (1884) 1582 - 1586
Entstehung
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

12 1582 13.

6-10. Auf die Erinnerung, diese Sache sei theologisch christlich und

Oktober. gt, gemeint, aber politisch sehr weitaussehend (unter Hinweis aufdie Niederlande), erklärte Köln, er stimme mit den Niederländernnicht überein und sei den Calvinisten in den zwei Punkten vomNachtmahl und von der Prädestination hart zuwider; das Dispu-tiren hierüber möchte er bei Loibesstrafe verbieten und erbietetsich, eventuell einem von Sachsen abzuordnenden Vertrauensmannüber jedweden Religionsartikel zur Befriedigung Rede zu stehen 1 ).Sachsen möge die Sache, die er jedoch an die Religionsverwandtenbringen kann, übrigens geheim halten. An Pfalz will sich Kölnselber wenden. Man würde einen 4. Kf. der Religion bekommenund in der Folge immer mehr Bischöfe und weltliche Fürstendafür gewinnen, also im Kff. u. Fürstenrat maiora vota in Reli-gionssachen haben;auch zu gedenken, was mit Trier vorbandengewesen und noch künftig zu vermutten." 2 ) Bitte, ihn nicht zuverlassen, da er sonst Schutz suchen müsse, wo er könne, was ersonst nicht gemeint sei.

Gegen den Wortlaut des R.-Abschieds von a. 55 f. 91 ist zubetrachtenwan sich ihrer viel verenderen, so geben die maioravota darnach neue abschiede."

Die Lage Hermanns von Wied von der gegenwärtigen zu unter-scheiden; zu gedenken, dass in Köln ein Generalcapitcl gehaltenwerden soll und dass Herrn. Ad. von. Solms und Hans von Winnen-berg calvinisch und hart auszuschliessen. Der kurf. sächsischenund mansfeldischen Kirchenordnung zu gedenken. Bremen hieltes für notwendig, Sachsen solches zu offenbaren, ohne dessen Rater sich nicht gern vertiefen wolle, und ermahnte Köln zum höchsten,dass, wenn etwas anderes als Gottes Ehre und die Ausbreitungseines Worts gesucht werde, Gottes Zorn zu fürchten sei;daraufsich 1. Ch. Gn. auch richtig ercleret."

Dr. 8927. Köln. Sachen 1. Buch. Cop.

1) Sachsen hatte sich eben damals wegen der fortdauernden Gerüchtevon Kölns Heirat an Hessen gewendet; vgl. no. 14. L. "Wilhelmmachte von dieser Correspondenz dem Grafen Johann im höchsten Ver-trauen Mitteilung (WieBb. a. a. O. f. 75 Or.). Die Antwort Sachsensauf die Werbung des bremischen Gesandten riet in Anbetracht des vor-aussichtlichen Widerstands in- und ausserhalb des Reiches und des Rel.-Friedens, dessen Verletzung unheilvolle Folgen hätte, zu guter Vorsicht;er wolle sieh mit einer andern vertrauten Person [Brandenburg] verstän-digen; inzwischen solle man durch allmähliche Freilassung der ReligionCapitularen und Untertanen gewinnen und das Stift sich gleichsam vonselbst reformiren lassen. (Dr. a.. a. 0. Conc.). Das eigh. Dankschr. Geb-hards an Kf. August (Bonn 9. November, ebd.) erklärt, er wolle .,indisem christlichen, aber seer wichtigen werk allweg mit E. L. vorwissen,rat und ratification verfaren" ; zum gewünschten Ende seiE. L. als dashapt neben andern, so sich zu unser warer leer bekennen, das rechte in-strument und mittler".

2) Eine Zeitung aus Antwerpen vom 8. Dec. 1582 (Ma. 130/1) be-richtet hierüber:Aulcuns disent que les archevesques de Maiance etTieves s'inclinent aussi vers le party de l'archevesque de Coloigne etaspirent aussi a mariage, ce que toutesfois semble bourde, principalementquant au dit archevesque de Treves". Nach einer Depesche Lippomano's