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Deutsch oder Wälsch?
Entstehung
Seite
15
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Wer mich von Unrecht lösen kann,Das einem Andern ich gethan.Den wollt' ich suchen über's MeerOhne Schwert und ohne Heer.Der Papst führt ein schönes Leben:Könnt ohne Reu er Sünden vergeben,So sollt' man ihn werfen mit Steinen,Wenn er der Chriſten Einen,Sei's noch so böser Geselle,Ließ fahren in die Hölle.Jedoch die Macht iſt nur erlogen,Zu Rom ward Mancher ſchnöd betrogen.Die gutes Beiſpiel ſollten geben,Verfälſchen oft ihr eigenes Leben,Die Höchsten geh'n mit Schritten vor,Die Viele führen in das Moor.Wer nicht selber tadellos im Leben,Kann wirksam schwerlich Tugendlehre geben.Der Eine Mann, der tugendhaft,Hat in Ermahnung größ're KraftUnd wird des Guten mehr erreichen,Als Zehn, die von der Wahrheit weichen.Obwohl der Papst ein Erdengott,Ist er zu Rom der Leute Spott.Zu Rom iſt g'ring des Papſtes Ehr;In fernen Ländern gilt er mehr.Sein Hof würd wüſt und öde liegen,Ließ sich die Fremde nicht betrügen.Aller Ablaß läge nieder,Gäb man nicht Geld und gäbe wieder.Dem Esel wohl geziemt die Gnade,Daß er den Ochsen der Sünd entlade.Nur Thoren deucht der Ablaß gut,Den dort ein Schelm dem Andern thut.Ein Gebet.Gott, Herr, o gib mir, daß ich DichErkennen möge und auch mich!O Herr, ich hab gefehlt vor Dir;Verleih durch Deine Gnade mirRechten Glauben, wahre Reue;Durch Deine väterliche TreueVergib mir was ich Böſes that,Durch Dein Erbarmen, Deine Gnad.Durch Deinen Namen, den hehren,Durch Deiner Mutter Ehren,Durch alle himmlischen SchaarenHilf mir die Seele bewahren!Durch das Gebet, Herr, hör mich an,Das Menſchen je zu Dir gethan;Erlöſe mich aus aller NothDurch Deine Menschheit, Deinen Tod;Laß gnädig Dir zu dieser ZeitBefohlen sein die Christenheit.Er ſei lebendig oder todt,Hilf Jedem, Herr, aus aller Noth!

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