Zuccalmoglio Deutsch oder Witsen p.72 H. M. ² = S D ſch Deutſch Wä de 1691 Eine katholische Stimme aus Hohenstaufen'scher Zeit über den jetzt wieder erwachten Kampf zwischen Staat und Kirche. Ein Schatzkästlein für das deutsche Volk. Preis: 1 Sgr. 6 Pfg. Elberfeld, 1872. d Commissionsverlag von Sam. Lucas. E 2 er Wä I Deutſi Eine katholische Stimme aus Hohenstausenscher Zeit über den etzt wieder erwachten zwischen Staat und Kirche. Kamſ Ein Schatzkästlein für das deutsche Volk. Pfg. Preis: 1 Sgr. 6 O Elberfeld, 1872. Druck und Commissionsverlag von Sam. Lucas. schlech Hrs Museum der Stadt Düsseldorf. M. — Vorwort. Diese Blätter beabsichtigen, die Bekanntschaft mit einem der größten Meister aus der ersten Blüthenzeit deutscher Dichtkunst verallgemeinern zu helfen. Walthern von der Vogelweide darf man den Schiller oder Uhland des 13. Jahrhunderts nennen. Kein Volk der Erde hat aus jener Zeit einen Dichter aufzuweisen, der ihn im Ausdruck der Sprache, in Geist und Gemüth überragt. Am meisten aber überrascht die Unabhängigkeit kerndeutscher Gesinnung dieses erleuchteten Mannes, der unsere Aufmerksamkeit noch ganz besonders auf sich zieht, weil er mit deutscher Aufrichtigkeit sich ausspricht über den vor 800 Jahren zwischen Staat und Kirche ausgebrochenen Kampf um die weltliche Herrschaft, welcher, mit abwechselndem Glücke geführt, das deutsche Reich verheerte und zertrümmerte, dann eine Zeitlang unter der Asche glimmte, bis er in unsern Tagen bei der Neugestaltung des Reiches wiederum auflodert. Leider müssen wir diese mittelalterliche Blüthenlese, diese Perlen und Edelsteine deutscher Dichtung und Weisheit, in heutige Schriftsprache übertragen darbieten. Die mittelhochdeutsche Sprache ist der Mehrzahl unverständlich. Es gibt in Deutschland mehr Leute, die Wälsch, Latein, Griechisch 2c., ja mehr sogar, die Hebräisch, als die ihre eigene Muttersprache jener Zeit lesen und verstehen. Und doch sind diese altdeutschen Gedichte in Versbau und Klang schöner und im Inhalte gemüthvoller und lehrreicher, als alle jene ausländiſchen ſogenannten klassischen Schriftsteller, die unsere deutsche Jugend auswendig lernt. Herr Professor Karl Simrock in Bonn, dem wir die Uebersetzung vieler altdeutschen Schriftwerke verdanken, hat auch eine meisterhafte Nachbildung der Gedichte unseres Walther v. d. V. geliefert. Doch sein schätzbares Werk ist nur für Gelehrte geschrieben, und schon der hohe Preis steht der allgemeinen Verbreitung entgegen. Die hier in unsere gemeinverständliche Schriftsprache übertragene Blüthenlese, die nicht so viele Groschen wie jene Nachbildung Thaler kostet, möge auch das Volk auf seine Sprachschätze aufmerksam machen. Vorliegende Uebertragung ist zwar ursprünglich nicht für den Druck geschrieben, jedoch die heurigen Zeitverhältnisse mögen ihre Herausgabe als sehr nützlich rechtfertigen. Walther lebte unter der Hohenstaufenschen Kaiserzeit, die unsere Dome baute, etwa vom Jahre 1160 bis 1230, mithin vor bereits 700 Jahren. Er hatte das deutsche Kaiserthum unter Friedrich dem Rothbart im höchsten Glanze gesehen und trug die edelste Begeisterung dafür. Er griff ein in den Kampf, der das Vaterland damals verheerte und ließ sich aus über die politischen Uebergriffe Roms und den „neuen Judas“, der seinen Herrn an die machtgierigen Reichsfürsten verrathen, geißelte überhaupt die Mißbräuche der Kirche und ihre Anmaßung, den Kaiser zu bannen, da die Zeit damals noch nahe und die Erinnerung noch frisch im Volke, wie der Kaiser den Papst und die Bischöfe einsetzte und mit Ring und Stab belehnte. Weil zu Walthers Zeit der Kampf schon ein Jahrhundert gewährt hatte, sind seine Beobachtungen für uns Neulinge besonders werthvoll. Das politisch Nützlichste für uns ist zu lesen, wie vor fast 400 Jahren vor Luther und seiner Reformation durchaus fromme und biedere deutsche Männer sich über die Anmaßungen des Römischen Stuhles und über die Herrschbegier der Geistlichkeit in weltlichen Dingen ausließen. Alle bezüglichen Reimsprüche passen auf unsere heutigen Zeitverhältnisse, als seien sie gestern geschrieben, und es ist mehr wahrhaftige Geschichte daraus zu lernen, als aus umfangreichen Lehrbüchern, die doch großentheils verdreht und gefärbt sind, wogegen hier aus frischer Quelle eigener Anschauung und der Vaterlandsliebe geschöpft ist. Nur darin waltet der Hauptunterschied der Zeitverhältnisse, daß sich in Walthers Tagen die Reichsfürsten, die noch zu ihrer Machterweiterung etwas davon hatten, zur Untreue gegen Kaiser und Reich verleiten ließen, wohingegen man etzt das Volk zu bethören versucht, daß es zu seinem eigenen Untergange die Hand reiche. Der Zweck, das Ziel bleibt dasselbe: die weltliche Herrschaft. Nur an ihr, an Gold, Macht und Einfluß ist den Ultramontanen gelegen — diese Herrschsucht ist das „Gift, das in die Kirche gefallen“ und die heilige Religion wird von den Jesuiten nur mißbraucht, die blindgläubige Menge zu ködern und sie gegen Kaiser und Reich, gegen das eigene Heil zu verhetzen. Was die hier vorliegende Auswahl betrifft, so konnten von den mehr als 200 Gedichten Walthers nur ein paar Dutzend der kleineren Stücke Raum finden. Aus dem „Freidank“ nur wenige Sprüche. Dock möge diese überaus zeitgemäße, einem Jeden zugängliche noch so kleine Gabe die Bekanntschaft unseres Volkes mit seinen werthvollsten Geistesschätzen und die Einsicht vermitteln helfen: auf welche Seite sich der rechtsbewußte deutsche Mann im erneueten Kampfe um die Weltherrschaft zu stellen hat. Mögen dann auch diese Gedichte Walthers, diese Edelsteine deutscher Dichtung und Weisheit, die ehedem an allen deutschen Höfen, in Schlössern und Burgen klangen, auch in bescheidenen Wohnungen der Bürger und Bauern einen werthvollen Hausschatz bilden. Noch bleibt zu sagen: daß vorliegende Uebertragung durchaus wortgetreu und in den politischen Zeitgedichten der Ausdruck eher gemildert als geschärft ist. Daß das Wort Minne mit „Liebe“, daß Lateran mit „Vatikan“ 2c. übersetzt wurde, geschah des Verständnisses halber. ⛪ Deutſchlands Ehre. hr sollt sprechen: Hoch willkommen Der euch Kunde bringt, bin ich; Was ihr all bisher vernommen, Iſt nur Wind. Jetzt höret mich: Doch um Lohn ich ſinge! Wird er reich mir heut, Sag' ich leichter, was euch hoch erfreut Seht, daß Würdiges man bringe! Sagen will ich deutſchen Frauen, Daß die Welt all ihre Zier Immer höher ſoll erbauen, Kleinen Lohn will ich dafür. Was auch wollt' ich von den Süßen? Sie ſind mir zu hehr; Bescheiden bitt' ich um Nichts mehr, Als daß freundlich sie mich grüßen. Wahrlich sah ich viele Lande, Deren Lob besungen wird; Doch mich treffe Schmach und Schande, Falls mein Herz ſich je verirrt, Daß ihm wohlgefallen Sollte wälsche Sitte Weh mir, wenn ich es bestritte „Deutsche Art steht über Allen Von der Elbe bis zum Rhein Und zurück bis Ungerland, Dort mögen wohl die Besten sein, Die in aller Welt ich fand. Darf ich meinen Augen trauen Bei Wohlgestalt und Geist und Leib, So schwör ich Gott: das deutsche Weib Ist besser als die fremden Frauen. Die Männer hier sind wohlerzogen, Deutsche Frauen engelschön; Wer sie schmäht, der ist verbogen; Dieſe Wahrheit muß beſtehn. Wer Tugend und reine Liebe Gewählt zum Reiseziel, Der eil' in unser Land, drin ist der Wonne viel, O! daß mir hier ein langes Leben bliebe! Frauen und Frühling. Wenn die Blumen rings das Gras durchdringen, Gleich als lachten sie hinauf zur Sonne In dem Mai vom Morgenthaue feucht, Und die kleinen lieben Vöglein singen Ihre besten Lieder voller Wonne Sprecht: welche Lust der Welt Euch größer deucht? Man schwebt schon halb im Himmelreiche, Und soll ich sagen, was ich dem vergleiche, So will ich euch vertrauen, was Viel lieber meinen Augen war Und fürder sein wird, säh ich das. Wenn da naht die edelste der Frauen Wohlgekleidet in der Locken Golde Und im Gespräche heiter engelrein; Hochgemuth und freundlich anzuschauen, Strahlt hehr im fröhlichen Geleit die Holde Wie die Sonne neben Sternenschein. Der Mai entfalte alle ſeine Wunder, Was iſt da alſo Wonniges darunter Als ihre liebliche Geſtalt? Die Blumen läßt man Blumen sein Und schaut die Theure an alsbald. Nun wohlan! wollt ihr die Wahrheit schauen, Geh'n wir zu des Maien hehrem Feste, Der mit allen seinen Kräften ist gekommen; Schaut an den Mai und seht die edlen Frauen, Urtheilet selbst, ob nicht das Allerbeste Ich hier für meinen Theil genommen? Ja, wenn man mich da hieße wählen, Daß für das Eine sollt' das Andre fehlen Wie schnell mein Herz mich wählen hieß! Herr Mai, ihr müßtet Märzmond sein, Wenn ich von meiner Holden ließ. Lebensregel. Kindeszucht mit Schlägen Stets das Böſe überſehen, Nimmer bringet Segen; Laßt sie nur nach Gutem spähen, Wo man Ehre wecken mag, Soll es allwärts taugen, Wirkt ein Wort wie auch ein Schlag. Zügelt eure Augen! Wirkt ein Wort wie auch ein Schlag, Wahret Eure Ohren, Wo man Ehre wecken mag. Werdet nicht zu Thoren! Nimmer bringet Segen Bleiben böſe Worte drin, Kinderzucht mit Schlägen. Es verunehrt Herz und Sinn. Stete Hut der Zungen Es verunehrt Herz und Sinn, Alten ziemt und Jungen; Bleiben böse Worte drin; Schieb den Riegel vor das Thor, Werdet nicht zu Thoren, Laß kein böses Wort hervor! Wahret eure Ohren! Laß kein böses Wort hervor, Hütet ſtets die dreie Schieb den Riegel vor das Thor: Leider allzufreie! Alten ziemt und Jungen Zunge, Augen, Ohren sind Stete Hut der Zungen! Böse Schälke, ehrenblind. Zügelt eure Augen, Böse Schälke, ehrenblind Soll es allwärts taugen; Zunge, Augen, Ohren ſind, Laßt ſie nur nach Gutem ſpähen, Leider allzufrei Stets das Böſe überſehen. Hütet stets die dreie! Wonne des Maien. Wollt ihr ſchauen, was der Maien Wie du dich verhaßt mir machest, Hehre Wunder hegt? Rother Rosenmund! Seht die Priester, seht die Laien, Schäm' dich, daß darob du lacheſt, Wie ſich Alles regt! Daß mein Herz ſo wund. Groß iſt Maigewalt, Ist das wohlgethan? Zaubermächtig ſeine Sonne; Weh der unglücksamen Stunde! Wenn er naht mit ſeiner Wonne, Soll von liebevollem Munde Dann ist Niemand alt. Mir Unliebes nahn? Uns wird Alles wohlgelingen, Holde, ach! wie mich berücket Was verlangt der Mai: Deine Huldgestalt! Tanzen, springen, lachen, singen Hier hast du ein Herz zerdrücket, Ohne Tölpelei: Du ſo ſtolz und kalt. Hei! wer wär nicht froh? Welcher Uebermuth! Seit die lieben Vöglein wieder Deine Güte wird geprieſen: Singen ihre schönsten Lieder, Doch wer sich so hart erwiesen, Thun wir grade so. Iſt fürwahr nicht gut. Heil dir Mai, wie du uns weidest O laß ab, mich so zu quälen, Mit dem alten Brauch, Lindre doch mein Leid! Wie du schön die Bäume kleidest Laß nicht alle Freude fehlen Und die Haide auch! Mir in dieſer Zeit. Schmuck wohin ich seh! Da wir Alles fröhlich sehn, „Ich bin länger als du Kleine Möge mir von dir nur Eine, Also streiten an dem Raine Wenn auch noch so winzig kleine Blumen mit dem Klee. Freude dann gescheh'n. Traumdeuterei. Als der Lenz gekommen war Da bedünkte mir zuhand Und die Blumen wonneklar Wie mir unterthan das Land, Durch das grüne Gras gedrungen Wie mein Muth geborgen Von den Vögelein umsungen, Ueber allen Sorgen; Kam ich vorbei gegangen Fühlte Leib und Leben An einem heitern, langen Freiheitsluſt umweben. Gefilde, wo ein Bach entsprang Gott allein iſt es bekannt, Der den Waldessaum entlang Wie so schnell das Leid verschwand! Lief im Nachtigallensang. Schönern Traum ich nimmer fand. Im Gefilde ſtand ein Baum, Gerne schlief ich länger da, Wo ich träumte schönen Traum. Als ihr unglücksel'ges „Krah Dem Gluthenſtrahl der Sonnen Eine ſchwarze Kräh begonnen, War ich beim Quell entronnen, Die mich weckt aus süßen Wonnen; Unter dem Dach der Linden Möge darum allen Krähen Kühlen Schatten zu finden: Was ich da gewünscht, geschehen, Bei dem Bach ich niederſaß, Als ich von dem Schrei erſchrak; Aller Sorgen ich vergaß Wahrlich war's ihr letzter Tag, Und entschlief im weichen Gras. [Wenn ein Stein zur Hand mir lag! Doch ein Weiblein wunderalt Tröstet mich darüber bald: Auf mein ernſtlich Fragen Ließ ich ſie wahrſagen, Was mein Traum bedeute. Hört es, liebe Leute: „Zwei und ner das sind drei; Ferner ſagte ſie dabei, Daß mein Daum ein Finger sei. Lieb' ist nicht für Einen! Dünk' ich dir zuwider? Wahrlich weiß ichs nicht: ich liebe Dich. Doch Eins drückt mich nieder Daß an mir vorbei Du siehst und über mich. Das mußt Du vermeiden, Nicht mag ich erleiden Solchen großen Lebensschaden; Hilf mir tragen, ich bin zu viel beladen. Solls dein Herz behüten, Daß dein Auge mich so selten sieht; Würd den Schmerz vergüten Diese zarte Sorge, die mich flieht. Kannst den Kopf dann meiden Und ich will es leiden, Daß du schaust auf meinen Fuß, Tief, so tief du kannst, das sei dein Gruß. Wenn ich schauen wollte, Alle, die mir schuldigst wohlbehagen, Bleibſt du meine Holde, Das darf ich dir ohne Schmeicheln sagen, Gleich von Seelenadel, Reich und ohne Tadel, Sind sie All' und hoch von Muth, Du bist gut. Sind vielleicht auch besser Frage deine Triebe Ob ich etwas werth dir sei? Eines Liebsten Liebe Taugt nicht, wenn das Liebchen nicht dabei. Lieb' ist nicht für Einen, Liebe ſoll vereinen, So vereinen, daß sie geht durchher Durch zwei Herzen und durch keines mehr. Sinken des Reiches. Wohl sah'n wir einst ganz andern Tag, Als Deutschland's Lob auf allen Zungen; Ein jedes Land, das um uns lag, Warb uns zum Freunde, oder ward bezwungen. O, reicher Gott! wie rühmlich wir da gerungen Im Rathen die Alten, in Thaten die Jungen! Verbogen jetzt die Richter sind (Dies Gleichniß wohl begreift wer blind) — Meister, ergründ'! Was daraus werde Per neue Bann. Dem alten Klausner, von dem ich sang, Als uns der sel'ge Papst darnieder zwang, Iſt's jetzt auf's neu um ſeine Kirche bang. Er sagt: den Guten fluchen, den Bösen lobsingen, Das müßte, wenn der Trug auch nicht gelang, Der Kirche und dem Reiche Schaden bringen; Gar mancher sei bereit das Schwert zu schwingen, Um von dem Reiche Raub zu erringen. Weib und Frau. Das „Weib“ sollt ihr als höchsten Namen nehmen Viel hehrer klingt's als „Frau“, das kann nicht fehlen; Und sollt sich eine dieses Wortes schämen, Sie höre dieses Lied, dann mag sie wählen. Unweiblich mag es viele Frauen geben, Doch wahrt das Weib treu seiner Art; Des Weibes Wesen, Nam' und Leben Ist weich und innig, rein und zart, Was ſonſt bei Frauen böſer Brauch — Weib ſind ja alle Frauen auch, Ein zweifelhaftes Lob ertönet Nicht ſelten, das die „Frau“ verhöhnet; Der Name „Weib“ die Beſten krönet. Beichte. Des Undanks ich mich anzuklagen habe, Da mir verliehen des Gesanges Gabe Und ich so selten mich an Gottes Lobe labe. Mir fehlt die That, mir mangelt wahre Liebe Zum Nächſten und, o Vater, auch zu Dir; Noch keinem ward ich zugethan wie mir Dein Geist, o. Vater, läut're meine Triebe! Laß den mich lieben, der mir Böses thut, Da lieber mir bisher gewesen, der mir gut, Vergib die Schuld und stärke meinen Muth! Unreine Lehre, unreines Werk (1212). Läßt sich ein Herz die Treue noch nicht rauben, Da selbst der Papst abirrt vom rechten Glauben, Dann wohnt ein sel'ger Geist und Gottes Lieb' ihm bei. Nun seht ihr, was der Pfaffen Werk und ihre Lehre sei. Einst war die Lehr' und auch ihr Wandel rein; Jetzt aber sind sie anders in's gemein, Daß wir sie unrecht handeln seh'n und unrecht hören sagen, Die uns ein Vorbild sollten der guten Lehre tragen. D'rob mögen ungelehrte Laien wohl verzagen Und auch mein guter Klausner weinen und klagen. Die Pfaffenwahl (1198). Es hat der König Konstantin Dem Stuhl zu Rom so viel verlieh'n, Zu dessen Macht: Kreuz, Kron und Schwert. Drob klagt ein Engel in der Höhe O weh, o weh und dreimal Wehe! Wie stand die Kirch' einst ehrenwerth; Nun ist ein Gift hineingefallen, Ihr Honig iſt verkehrt zu Gallen, Was aller Welt viel Leid gebracht. Die Fürsten stolzer ihr Haupt erheben, Je tiefer sinkt des Kaisers Macht. Dies sei geklagt, dir, süßer Gott, Der Pfaff macht Laienrecht zum Spott, Des Engels Klag ward Wahrheit eben. 10 Der Klausner (a. 1198). Zu lauſchen und zu ſchauen Auf Männer und auf Frauen Verſucht ich ſtill und dachte nach. Was einer that und was man ſprach. Den Römer hört' ich lügen, Zwei Könige betrügen, Wovon der schlimmste Streit entstand, Der je getroffen Leut und Land. Da ſah man ſich entzweien Die Pfaffen und die Laien. D'raus ging die größte Noth hervor, D'rin Leib und Leben man verlor Zwar kämpften kühn die Pfaffen, Doch siegten des Volkes Waffen. Da legten das Schwert sie nieder Und griffen zur Stola wieder Sie bannten, den sie wollten, Nicht den sie bannen sollten. Gestört ward manches Gotteshaus Da hört' ich fern in einer Klauf Gar großes Leid und Klagen, Den Klausner hört ich sagen: „Der Papſt zu jung und unerfahren! Hilf, Gott, die Christenheit bewahren Fluch und Segen. (Innocenz III. 1212.) Herr Papst, uns wird es wohl ergehn, Wenn wir gehorſam zu Euch ſteh'n. Wir hörten Euch der Christenheit gebieten: Daß wir die Treu' zum Kaiser sollten pflegen, Da Ihr ihm gabet Gottes Segen, Daß Herrn wir hießen ihn und vor ihm knieten. Auch sollt Ihr nicht vergessen, Daß Ihr gesagt: wer dich gesegnet, sei Gesegnet, und wer dir fluchet, Der sei verflucht mit Fluch, der vollgemessen; Jedoch, bei Gott, erwäget auch dabei, Wie Ihr der Pfaffen Ehre darin suchet. Der Zinsgroschen (1212). Als noch auf Erden wandelt Gottes Sohn, Versucht ihn oft die Judenschaft mit Hohn Und that es wiederum mit dieser Frage: „Ob die als freie Männer leben Dem König müßten Steuern geben Da wandte sich das Blatt mit einem Schlage. Er zeigte eine Münze ihnen Und frug: „weß' Bild darein gegraben? „Des Kaisers!“ sprach die Schaar der argen List. Da wußt er mit dem besten Rath zu dienen: „So laßt denn unverkürzt den Kaiser haben Sein Königsrecht, und Gott was Gottes iſt Der Peterspfennigs=Stock (1212). Sagt an, Herr Stock, wollt' Euch der Papst uns senden, Ihn reich zu machen und uns arm zu pfänden? Wenn unsres Geldes Fülle fließt in den Vatican, So übt er einen Schalkstreich, wie er so oft gethan. Er läßt die Fürsten unser Reich zerscharren, Und neue Spenden bringen alle Pfarren; Des Silbers wenig kommt davon in's heil'ge Land, Denn nicht zum Geben ist der Pfaffen Hand. Herr Stock, ihr seid zum Schaden hergesandt, Im deutschen Volk zu suchen Thörinnen und Narren. Reichthum der Kirche. Sollt' ich den Pfaffen rathen, wie Treue mir gibt ein, Sprech' ihre Hand zum Armen: Sieh! Alles dies ist dein! Sie priesen Gott und ließen dem Anderen was sein. Es waren einst der Pfaffen Hände Um Gott bereit zu milder Spende, Eh noch der Kaiſer Konſtantin Des Reichthums Fülle ihnen verlieh'n. Hätt' er geahnt, daß dies des Unheils Quelle, Er hätt's verhütet noch an rechter Stelle Und ihre Zucht wär' heut' noch spiegelhelle. Gott und Ehre. Ver wohlbewußt um Geld und Gut Ein himmelschreiend Unrecht thut, Zoll man den klug und weise nennen? Und wer erfahren, daß ein Mann Durch Sünd und Schand sein Gut gewann, Der ſoll für thöricht ihn erkennen. Der Weise liebet Nichts so sehr, Als Gottes Huld und eigne Ehr Am Leben und an Weib und Kind Ist ihm lang' nicht so viel gelegen; Den Thoren halt ich nicht für weiſe Und ihn nicht, der ihn glücklich preise, Ja, beide rechte Thoren sind! Wer in der Welt nicht Gottes Segen Vorzieht, der ist für Wahrheit blind. Der Papst ein Zauberer. (Silvester II. (Gerbert) und Innocenz III.) Der Stuhl zu Rom ist neuerdings belassen, Wie Gerbert ihn, der Zauberer, verlassen; Wie jener selber sich der Höll gegeben, Thut's dieser und die Christenheit daneben. Alle Zungen rufen Gott zum Strafen Wie lang ſoll die Gerechtigkeit noch ſchlafen? Die Lügenbrut zerstört sein Werk, sie fälscht sein Wort, Sein Kämmerer slielt seine Schätze fort, Sein Richter mordet hier und raubet dort, Sein Schäfer ward zum Wolf unter den Schafen. Zwei Jungen. Gott gibt, zum König, wen er will Darüber schweig ich gerne still; Uns Laien wundert mehr der Pfaffen Lehre, Was sie gelehrt vor wenig Tagen, Das hört man heut sie anders sagen. O, thut's um Gott und eure eigne Ehre Und sagt uns doch bei Eurer Treue, Mit welcher Lehre wir betrogen, Und welche echt im tiefen Grunde, Die alte Weiſe oder die Neue. Eine iſt doch gewiß gelogen — Welch' Mißgeburt: Zwei Zungen in einem Munde! An den Kaiſer. Bring', Bote, dem Kaiser seines Sängers Rath. Er weiß nicht besser'n als: rasche That, Wenn auch ſonſt keine Hülfe naht. Er eile in's Reich, den Pfaffen zu wehren, Die frevelnd den Frieden des Volkes stören, Die Guten zu warnen, zu belehren, Daß ſie nicht auf die Böſen hören. Und wenn sie sich dennoch nicht trennen von diesen, So muß er Allen die Kirchen verschließen. Wo steht's geschrieben Nie lag die Christenheit im Argen so wie heute; Die sie belehren sollten, sind selbst des Bösen Beute, Solch' Sündenleben nimmer ein Laie führen darf, Als jetzt die Pfaffen führen, darum sie Gott verwarf. Sie zeigen zwar zum Himmel, eilen selber zur Höllenpforte Und sagen: folgt ihr pünktlich nur unserm Worte Und seht ihr nicht auf uns're Thaten, So ſeid ihr ohne Zweifel wohlberathen. Den Pfaffen ziemt es, daß sie sittlich seien Und keuschern Wandels noch als Laien In welchen Büchern steh'ts zum lesen oder singen, Daß schöne Weiber sie fangen in ihren Schlingen? Der Papſt lachet (1212). (Otto IV. und Friedrich II.) Li! wie christlich der Papst in's Fäustchen lacht, Wenn den Wälschen er sagt, wie er's fertig gebracht. (Was er sagt, hätt' er besser nie erdacht!) „Er sagt“: Zwei Deutschen krönt' ich zugleich, Auf daß sie den Frieden stören im Reich. Unterdessen sie das Reich verheeren, Gelingt es, unſ're Schätze zu mehren. Am Kirchenstock seh ich, ihr Gut ist mein, Deutsches Silber strömet in welschen Schrein. Ihr Pfaffen, schmauſ't Hühnerbraten, trinkt Wein, Und laßt die dummen Deutschen fasten und entbehren. Morgen=Segen. Aufstehen laß mit frommem Mut Mich, Gott, in Deiner Huld und Hut, Wo ich im Lande heut auch mag verkehren; Herr Christ, an mir bring an den Tag, Was Deiner Güte Kraft vermag, Und schirme mich zu Deiner Mutter Ehren. Wie sie gegrüßt des Engels Lippe, Wie Du einst lagest in der Krippe Als Mensch ein Kind, ohn' Anfang Gott, Demütig vor dem Esel und dem Rinde, Wo Gabriel in treuem Walten Dich ſegensreich in Hut gehalten, Beschirmend vor Gefahr und Noth So schirm' auch mich, daß man bewährt mich finde Und treu dem göttlichen Gebot! Das Zauberbuch. Ihr Bischöfe und Prälaten seid verführet, Mit Teufelsstricken von dem Papst umschnüret. Ihr sagt, daß Er Sankt Peters Schlüssel trage; Nun sagt ihr auch: wie Er die Schrift zu fälschen wage. Wohl wurde uns verboten bei der Taufe, Daß Gottes Gnade man verkauf' und kaufe. Nun lehrt es ihn sein schwarzes Buch, das Teufelskunst Ihm gab, er las' daraus den falschen Dunst Des Herrn Altar steht unter schlimmer Traufe. Der neue Judas. Wir klagen Alle und durchschau'n nicht das Gewirre, Wie der heilige Vater uns führt in die Irre. Er geht überaus väterlich uns voran, Wir folgen, kein Fuß kommt aus der Bahn. Doch höre, was mir daran mißfalle: Schrappt er Geld, so schrappen mit ihm Alle, Zügt er, ſo lügen Alle, wie Er gelogen, Trügt er, sie trügen, wie Er getrogen. Merkt auf, was davon ist zu halten: Der neue Judas gleicht auf's Haar dem alten. Aus Freidanks Bescheidenheit. Gott dienen immerhin Ist aller Weisheit Beginn. Wer um dies kurze Erdenleben Die ew'gen Güter hingegeben, Der hat ſich um ſein Heil betrogen. Gebaut auf einen Regenbogen. Wer die Seele will bewahren, Der muß sich selber lassen fahren. Wer Gott so liebet, wie er soll, Deß Herz iſt aller Tugend voll. 14 Aller Länder Schätze gehn Nach Rom; wie wollt es sonst bestehn? Doch wie die Fluth des Geldes schwillt, Schlinggruben werden nie gefüllt. So kommt auch alle Sünde dar, Die nimmt dem Volk man ganz und gar, Glück müßte walten Dem, der ſie behalten. Wer Römerſitte ſieht bei Licht, Der ſtärket ſeinen Glauben nicht. Rom's Sendgericht und sein Gebot Iſt aller Pfaffen und Laien Spott, Acht und Bann und solcherlei Bricht man zu Rom ohn alle Scheu. Eh alles Krumme grade wird, Das Recht sich nicht nach Rom verirrt. Rom bietet Schirm und Schutz Für Lug und Trug und Trutz. Die Heiligen mag man finden dorten, Gut Vorbild aber an andern Orten. Der Papst soll erst das Recht erwägen Und dann ertheilen Fluch und Segen; Sein Schwert schlägt scharf, wie sich gebührt, Wenn ohne Haß mit Recht er's führt. Zwei Schwerter in Einer Scheide Verderben alle beide: Seit Rom die Weltherrschaft begehrt, Verdirbt das eine das andre Schwert. Das Netz hat nie zu Rom gehangen, Womit Sankt Peter Fiſch gefangen, Sein Netz dort achtet man gering; Das Netz, das man zu Rom hat, fing Stets Gold und Silber, Burgen und Land; Das war Sankt Petern unbekannt. Sankt Peters Werk mag ich wohl leiden, Gott hieß ihn ſeine Schafe weiden, Er hieß ihn nicht die Wolle ſcheeren; Rom will die aber nicht entbehren. Zu Rom wohnt alles Rechtes Kraft Und aller Fälschung Meisterschaft. Dem römischen Hofe gefällt, Daß ſich verwirrt alle Welt; Es achtet, wer die Schafe ſchiert, Nur drauf, daß ihm die Wolle wird. Geschorne Schafe sind nichts werth, Wo gute Wolle man begehrt. Läge Rom in deutschen Landen, Ging die Christenheit zu Schanden. Sankt Peter einem Lahmen naht, Der ihn um milde Gabe bat. Nun hört, was ſprach Sankt Peter da, Als er den Kranken liegen sah: „Silber und Gold sind fremde mir, Doch was ich habe geb' ich Dir Also gab er dem Mann zur Stund, Er sprach: „Steh' auf und sei gesund O, gebe doch ein Papst nur so, Deß' würden alle Christen froh. Wer mich von Unrecht lösen kann, Das einem Andern ich gethan. Den wollt' ich suchen über's Meer Ohne Schwert und ohne Heer. Der Papst führt ein schönes Leben: Könnt ohne Reu er Sünden vergeben, So sollt' man ihn werfen mit Steinen, Wenn er der Chriſten Einen, Sei's noch so böser Geselle, Ließ fahren in die Hölle. Jedoch die Macht iſt nur erlogen, Zu Rom ward Mancher ſchnöd betrogen. Die gutes Beiſpiel ſollten geben, Verfälſchen oft ihr eigenes Leben, Die Höchsten geh'n mit Schritten vor, Die Viele führen in das Moor. Wer nicht selber tadellos im Leben, Kann wirksam schwerlich Tugendlehre geben. Der Eine Mann, der tugendhaft, Hat in Ermahnung größ're Kraft Und wird des Guten mehr erreichen, Als Zehn, die von der Wahrheit weichen. Obwohl der Papst ein Erdengott, Ist er zu Rom der Leute Spott. Zu Rom iſt g'ring des Papſtes Ehr; In fernen Ländern gilt er mehr. Sein Hof würd wüſt und öde liegen, Ließ sich die Fremde nicht betrügen. Aller Ablaß läge nieder, Gäb man nicht Geld und gäbe wieder. Dem Esel wohl geziemt die Gnade, Daß er den Ochsen der Sünd entlade. Nur Thoren deucht der Ablaß gut, Den dort ein Schelm dem Andern thut. Ein Gebet. Gott, Herr, o gib mir, daß ich Dich Erkennen möge und auch mich! O Herr, ich hab gefehlt vor Dir; Verleih durch Deine Gnade mir Rechten Glauben, wahre Reue; Durch Deine väterliche Treue Vergib mir was ich Böſes that, Durch Dein Erbarmen, Deine Gnad. Durch Deinen Namen, den hehren, Durch Deiner Mutter Ehren, Durch alle himmlischen Schaaren Hilf mir die Seele bewahren! Durch das Gebet, Herr, hör mich an, Das Menſchen je zu Dir gethan; Erlöſe mich aus aller Noth Durch Deine Menschheit, Deinen Tod; Laß gnädig Dir zu dieser Zeit Befohlen sein die Christenheit. Er ſei lebendig oder todt, Hilf Jedem, Herr, aus aller Noth! . 16 Diese Blüthenlese wird hinreichen, die Weise des Walther von der Vogelweide (dem auch der „Freidank“ zugeschrieben wird) und seine Auffassung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche anschaulich zu machen. Den Verfall der Kirchenzucht und des Reiches, den er beklagt, schreibt Walther der angeblichen Schenkung Konstantins zu, da die weltliche Macht des Papstes das Christenthum des Klerus verdrehte. Mit klarem Seherauge gewahrt er den Zerfall des Reiches. Möge unser Volk durch die Geschichte belehrt werden! Was Walther als Verirrung und Anmaßung beklagt, das wird heuer dem Volke als Rechtsgrund kirchlicher Weltmacht vorgeschoben. Der Papst wird dem blindgläubigen Volke als ältester Souverän dargestellt. Als wenn Bischöfe in Frankreich und Deutschland nicht schon Jahrhunderte hindurch Landesherren gewesen, ehe ein Kirchenstaat bestand! Die Absicht der Wiederaufrichtung solcher Herrscherei ist der Schmutz, mit dem die Wahrheit besudelt wird. Die Zertrümmerung des Reiches soll jene Herrschaft der Kirchenfürsten wiederbringen, und nach dem Muster des sogenannten Kirchenstaates würde dann jeder Bischof ein Landesfürst und jeder Dechant und Pastor gleichsam Landrath und Bürgermeister sein. Dies ist das Ziel ultramontaner Hetzerei, zu welcher die heilige Religion neuerdings mißbraucht wird. Wozu Rom fähig, das hat sich nach Walther's Zeit durch die Einführung des Hexenglaubens und der Ketzerverfolgung in Deutschland, sowie durch Anzettelung so vieler blutigen Kriege bewiesen. Am klarsten aber hat es sich neuerdings kund gethan durch die Bedrückung der Wissenschaft und der Wahrheit in planmäßiger Knechtung des Höchsten und Heiligsten am Menschen — der Vernunft und des geistigen Fortschritts. Diese diabolische Absicht geht aus dem Syllabus und aus Allem, was jene unheilvolle jesuitische Partei aufstellt, hervor. Was den verleiteten deutschen Ultramontanen aber am meisten die Augen öffnen sollte, ist die offene Aufforderung zu Treubruch und Vaterlandsverrath, welche mit der jesuitischen Lüge beschönigt wird, daß die Religion vom Staate gefährdet sei Nicht die Religion, sondern die Aussicht auf die weltliche Herrschaft der Kirche ist durch das deutsche Reich gefährdet. Darum die Klage, die Feindschaft, die Wuth. Deutscher Verstand und deutsche Gewissenhaftigkeit werden jedenfalls über die Verruchtheit vaterlandsloser Bethörer und die Verblendung blindgläubiger Bethörten den endlichen Sieg erlangen. Damit dieser Sieg ohne beklagenswerthe Wirrnisse errungen werde, ist es an der Zeit, daß das Volk über die wahre Sachlage, über sein wahres Heil belehrt werde. Der Spruch unsrer Vorväter „Wälsch Blut den Deutschen nicht gut“ wird sich fort und fort bewähren. Wahre Religiösität ist es: den Willen Gottes und seine Fingerzeige anerkennen. Keine seiner Offenbarungen ist klarer, als daß die Menschen, denen er gemeinsame Sprache gab, als eine Familie, als Brüder zusammen gehören, Einen Staat bilden sollen. Die Liebe zum Vaterlande ist in dem vierten Gebote Gottes und seiner Verheißung eingeschlossen. Bestehen, Macht, Wohlfahrt und Sittlichkeit des deutschen Volkes sind, wie die Geschichte lehrt, durch die Treue bedingt, in der wir zum Reiche stehen. Wahre Religiösität gebietet, das gottgegebene Ewige dem zufälligen wechselvollen Menschenwerke vorzuziehen. 0