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Deutsch oder Wälsch?
Entstehung
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Vorwort.Diese Blätter beabsichtigen, die Bekanntschaft mit einem der größtenMeister aus der ersten Blüthenzeit deutscher Dichtkunst verallgemeinernzu helfen. Walthern von der Vogelweide darf man den Schilleroder Uhland des 13. Jahrhunderts nennen. Kein Volk der Erdehat aus jener Zeit einen Dichter aufzuweisen, der ihn im Ausdruck derSprache, in Geist und Gemüth überragt. Am meisten aber überraschtdie Unabhängigkeit kerndeutscher Gesinnung dieses erleuchteten Mannes,der unsere Aufmerksamkeit noch ganz besonders auf sich zieht, weil ermit deutscher Aufrichtigkeit sich ausspricht über den vor 800 Jahrenzwischen Staat und Kirche ausgebrochenen Kampf um die weltlicheHerrschaft, welcher, mit abwechselndem Glücke geführt, das deutscheReich verheerte und zertrümmerte, dann eine Zeitlang unter der Ascheglimmte, bis er in unsern Tagen bei der Neugestaltung des Reicheswiederum auflodert.Leider müssen wir diese mittelalterliche Blüthenlese, diese Perlenund Edelsteine deutscher Dichtung und Weisheit, in heutige Schrift-sprache übertragen darbieten. Die mittelhochdeutsche Sprache ist derMehrzahl unverständlich. Es gibt in Deutschland mehr Leute, dieWälsch, Latein, Griechisch 2c., ja mehr sogar, die Hebräisch, als dieihre eigene Muttersprache jener Zeit lesen und verstehen. Und dochsind diese altdeutschen Gedichte in Versbau und Klang schöner und imInhalte gemüthvoller und lehrreicher, als alle jene ausländiſchen ſoge-nannten klassischen Schriftsteller, die unsere deutsche Jugend auswendiglernt. Herr Professor Karl Simrock in Bonn, dem wir die Ueber-setzung vieler altdeutschen Schriftwerke verdanken, hat auch eine meister-hafte Nachbildung der Gedichte unseres Walther v. d. V. geliefert.Doch sein schätzbares Werk ist nur für Gelehrte geschrieben, und schonder hohe Preis steht der allgemeinen Verbreitung entgegen. Die hierin unsere gemeinverständliche Schriftsprache übertragene Blüthenlese,die nicht so viele Groschen wie jene Nachbildung Thaler kostet, mögeauch das Volk auf seine Sprachschätze aufmerksam machen. VorliegendeUebertragung ist zwar ursprünglich nicht für den Druck geschrieben,jedoch die heurigen Zeitverhältnisse mögen ihre Herausgabe als sehrnützlich rechtfertigen.Walther lebte unter der Hohenstaufenschen Kaiserzeit, die unsereDome baute, etwa vom Jahre 1160 bis 1230, mithin vor bereits700 Jahren. Er hatte das deutsche Kaiserthum unter Friedrich dem