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Deutsch oder Wälsch?
Entstehung
Seite
9
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Weib und Frau.DasWeib sollt ihr als höchsten Namen nehmenViel hehrer klingt's alsFrau, das kann nicht fehlen;Und sollt sich eine dieses Wortes schämen,Sie höre dieses Lied, dann mag sie wählen.Unweiblich mag es viele Frauen geben,Doch wahrt das Weib treu seiner Art;Des Weibes Wesen, Nam' und LebenIst weich und innig, rein und zart,Was ſonſt bei Frauen böſer BrauchWeib ſind ja alle Frauen auch,Ein zweifelhaftes Lob ertönetNicht ſelten, das dieFrau verhöhnet;Der NameWeib die Beſten krönet.Beichte.Des Undanks ich mich anzuklagen habe,Da mir verliehen des Gesanges GabeUnd ich so selten mich an Gottes Lobe labe.Mir fehlt die That, mir mangelt wahre LiebeZum Nächſten und, o Vater, auch zu Dir;Noch keinem ward ich zugethan wie mirDein Geist, o. Vater, läut're meine Triebe!Laß den mich lieben, der mir Böses thut,Da lieber mir bisher gewesen, der mir gut,Vergib die Schuld und stärke meinen Muth!Unreine Lehre, unreines Werk (1212).Läßt sich ein Herz die Treue noch nicht rauben,Da selbst der Papst abirrt vom rechten Glauben,Dann wohnt ein sel'ger Geist und Gottes Lieb' ihm bei.Nun seht ihr, was der Pfaffen Werk und ihre Lehre sei.Einst war die Lehr' und auch ihr Wandel rein;Jetzt aber sind sie anders in's gemein,Daß wir sie unrecht handeln seh'n und unrecht hören sagen,Die uns ein Vorbild sollten der guten Lehre tragen.D'rob mögen ungelehrte Laien wohl verzagenUnd auch mein guter Klausner weinen und klagen.Die Pfaffenwahl (1198).Es hat der König KonstantinDem Stuhl zu Rom so viel verlieh'n,Zu dessen Macht: Kreuz, Kron und Schwert.Drob klagt ein Engel in der HöheO weh, o weh und dreimal Wehe!Wie stand die Kirch' einst ehrenwerth;Nun ist ein Gift hineingefallen,Ihr Honig iſt verkehrt zu Gallen,Was aller Welt viel Leid gebracht.Die Fürsten stolzer ihr Haupt erheben,Je tiefer sinkt des Kaisers Macht.Dies sei geklagt, dir, süßer Gott,Der Pfaff macht Laienrecht zum Spott,Des Engels Klag ward Wahrheit eben.