10Der Klausner (a. 1198).Zu lauſchen und zu ſchauenAuf Männer und auf FrauenVerſucht ich ſtill und dachte nach.Was einer that und was man ſprach.Den Römer hört' ich lügen,Zwei Könige betrügen,Wovon der schlimmste Streit entstand,Der je getroffen Leut und Land.Da ſah man ſich entzweienDie Pfaffen und die Laien.D'raus ging die größte Noth hervor,D'rin Leib und Leben man verlorZwar kämpften kühn die Pfaffen,Doch siegten des Volkes Waffen.Da legten das Schwert sie niederUnd griffen zur Stola wiederSie bannten, den sie wollten,Nicht den sie bannen sollten.Gestört ward manches GotteshausDa hört' ich fern in einer KlaufGar großes Leid und Klagen,Den Klausner hört ich sagen:„Der Papſt zu jung und unerfahren!Hilf, Gott, die Christenheit bewahrenFluch und Segen.(Innocenz III. 1212.)Herr Papst, uns wird es wohl ergehn,Wenn wir gehorſam zu Euch ſteh'n.Wir hörten Euch der Christenheit gebieten:Daß wir die Treu' zum Kaiser sollten pflegen,Da Ihr ihm gabet Gottes Segen,Daß Herrn wir hießen ihn und vor ihm knieten.Auch sollt Ihr nicht vergessen,Daß Ihr gesagt: wer dich gesegnet, seiGesegnet, und wer dir fluchet,Der sei verflucht mit Fluch, der vollgemessen;Jedoch, bei Gott, erwäget auch dabei,Wie Ihr der Pfaffen Ehre darin suchet.Der Zinsgroschen (1212).Als noch auf Erden wandelt Gottes Sohn,Versucht ihn oft die Judenschaft mit HohnUnd that es wiederum mit dieser Frage:„Ob die als freie Männer lebenDem König müßten Steuern gebenDa wandte sich das Blatt mit einem Schlage.Er zeigte eine Münze ihnenUnd frug: „weß' Bild darein gegraben?„Des Kaisers!“ sprach die Schaar der argen List.Da wußt er mit dem besten Rath zu dienen:„So laßt denn unverkürzt den Kaiser habenSein Königsrecht, und Gott was Gottes iſt
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