Druckschrift 
Deutsch oder Wälsch?
Entstehung
Seite
8
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Lieb' ist nicht für Einen!Dünk' ich dir zuwider?Wahrlich weiß ichs nicht: ich liebe Dich.Doch Eins drückt mich niederDaß an mir vorbei Du siehst und über mich.Das mußt Du vermeiden,Nicht mag ich erleidenSolchen großen Lebensschaden;Hilf mir tragen, ich bin zu viel beladen.Solls dein Herz behüten,Daß dein Auge mich so selten sieht;Würd den Schmerz vergütenDiese zarte Sorge, die mich flieht.Kannst den Kopf dann meidenUnd ich will es leiden,Daß du schaust auf meinen Fuß,Tief, so tief du kannst, das sei dein Gruß.Wenn ich schauen wollte,Alle, die mir schuldigst wohlbehagen,Bleibſt du meine Holde,Das darf ich dir ohne Schmeicheln sagen,Gleich von Seelenadel,Reich und ohne Tadel,Sind sie All' und hoch von Muth,Du bist gut.Sind vielleicht auch besserFrage deine TriebeOb ich etwas werth dir sei?Eines Liebsten LiebeTaugt nicht, wenn das Liebchen nicht dabei.Lieb' ist nicht für Einen,Liebe ſoll vereinen,So vereinen, daß sie geht durchherDurch zwei Herzen und durch keines mehr.Sinken des Reiches.Wohl sah'n wir einst ganz andern Tag,Als Deutschland's Lob auf allen Zungen;Ein jedes Land, das um uns lag,Warb uns zum Freunde, oder ward bezwungen.O, reicher Gott! wie rühmlich wir da gerungenIm Rathen die Alten, in Thaten die Jungen!Verbogen jetzt die Richter sind(Dies Gleichniß wohl begreift wer blind) Meister, ergründ'!Was daraus werdePer neue Bann.Dem alten Klausner, von dem ich sang,Als uns der sel'ge Papst darnieder zwang,Iſt's jetzt auf's neu um ſeine Kirche bang.Er sagt: den Guten fluchen, den Bösen lobsingen,Das müßte, wenn der Trug auch nicht gelang,Der Kirche und dem Reiche Schaden bringen;Gar mancher sei bereit das Schwert zu schwingen,Um von dem Reiche Raub zu erringen.