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Die Jugendjahre Johann Wilhelms, Pfalzgrafen zu Neuburg und Herzogs zu Jülich und Berg
Entstehung
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356gelegt wurde; daß aber der Prinz etwa an der Spitze seines Regimentsthätig aufgetreten wäre, finden wir nirgendwo angeführt. Auch vonden Conferenzen, welche Herzog Philipp Wilhelm in diesem Jahre inWesel mit dem Kurfürsten von Brandenburg und in Werden mit demkriegerischen Bischof Bernhard von Galen von Münster hielt, scheintder Erbprinz nicht berührt worden zu sein.Schon im folgenden Jahre 1678 finden wir Johann Wilhelm abermals auf der Reise nach Wien. Es galt einem neuen erfreulichenDoppel=Ereignisse für das Neuburgische Haus. Im Frühjahre war derHof in Neuburg, wohin der Kaiser den Grafen von Altheim sendeteum seinen Schwiegervater, den Herzog, und dessen Familie nach Wieneinzuladen, wo die Entbindung der Kaiserin bevorstand. Anfangs Julischiffte sich die Herzogliche Familie mit einem Gefolge von hundertPersonen auf der Donau ein und erreichte bald Wien, wo am 26.Juli 1678 dem Kaiser ein Sohn geboren wurde, den die GroßmutterHerzogin Elisabeth Amalie, über die Taufe hielt; es war der spätereKaiser Joseph I.Glänzende Feste feierten dieses für das Kaiserliche Haus so wich-tige Ereigniß.Reiche Gnadenbezeugungen vertheilte der Kaiser nachallen Seiten, wobei die Neuburger selbstredend nicht zu kurz kamendenn Philipp Wilhelm wußte diese günstige Stimmung seines Kaiser-lichen Schwiegersohnes geschickt zu benutzen.Wir haben früher gesehen,wie Johann Wilhelm während seines erstenAufenthalts in Wien imvertraulicheren Verkehr in der KaiserlichenFamilie die ErzherzoginMaria Anna Josepha kennen gelernt hatte.Jetzt war dieser vertrauliche Verkehr fortgesetzt worden, und nach erfolgter Werbung wurde imSeptember die Verlobung ausgesprochen und die näheren Beredungenwegen der Vermählung waren angeknüpft.Um die Dynastie der Neuburger in den Herzogthümern Jülichund Berg ganz sicher zu stellen, erlangte Philipp Wilhelm vom Kaiserunter dem 17. October 1679 ein Patent, worin der von Kaiser undReich bis dahin noch nicht officiell anerkannte, mit Kurbrandenburg imJahre 1666 zu Cleve abgeschlossene Theilungsvertrag der ehemaligenreichen Jülich=Clevischen Erbschaft die Kaiserliche Bestätigung erhieltund somit von Reichswegen legalisirt wurde, trotz des Widerspruchesder von mehreren Seiten, unter anderen auch wiederum von Sachsendagegen erhoben wurde. Am 20. October begab sich nun der Kaiserliche Hof nach Neustadt, wohin Philipp Wilhelm nachfolgte. Am 24.October früh fuhr Prinz Johann Wilhelm mit zwei Wagen und 24