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Die Jugendjahre Johann Wilhelms, Pfalzgrafen zu Neuburg und Herzogs zu Jülich und Berg
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352sie von dem Landgrafen von Darmstadt begrüßt und bewirthet wurden.In Mainz, wo der damalige Kurfürst Damian von der Leyen großeFestlichkeiten angeordnet hatte, wurde ein mehrtägiger Aufenthalt ge-nommen, während dessen Johann Wilhelm alle Merkwürdigkeiten derStadt in Augenschein nahm. Die Reise wurde zu Wasser auf demRheine fortgesetzt. Bingen, Bacharach, Caub ließen ihre Kanonen vonden Wällen donnern, bei der Vorüberfahrt. In St. Goar empfingder Landgraf Ernst von Hessen=Rheinfels seinen langjährigen Freundden Herzog Philipp Wilhelm, dem er einst vor 25 Jahren (1652) imBade zu Schwalbach die junge Elisabeth Amalie von Darmstadt zuge-führt hatte, die geliebte Gemahlin des Herzogs und jetzt Mutter von16 Kindern. Am Ufer des Rheines harrte der Landgraf mit seinerganzen Familie der Ankommenden und führte seine Gäste auf seinFelsenschloß, wo das Mahl schon bereit stand. Boppard, Braubachund Oberlahnstein prangten im Festschmuck. Vom Ehrenbreitstein be-grüßte der Kanonendonner die Ankommenden, und der Kurfürst vonTrier, Johann Hugo von Orsbeck, befand sich mit seinem ganzen Hof-staate am Ufer, um den Herzog und die Seinigen als Gäste in Em-pfang zu nehmen.Folgenden Tages sollte die Reise fortgesetzt werden bis Mülheimweshalb zeitig aufgebrochen ward. Johann Wilhelm und sein Bruderhatten es sich aber nicht versagen können, in aller Frühe noch einenGang auf den Ehrenbreitstein zu machen und die Festungswerke inAugenschein zu nehmen. Ohne anzulegen wurde die Reise zu Wasserausgeführt. In Andernach credenzte der Magistrat den Reisenden denEhrenwein auf dem Schiffe. In Sinzig, einer Jülichschen EnclaveKurkölns, hatten die Schützen des Amtes vier Schiffe ausgerüstet, mitdenen sie ihrem Landesherrn das Geleit gaben. In Bonn wurde derHerzog von dem Kaiserlichen Commandanten begrüßt; denn die Stadthatte damals Kaiserliche Garnison einnehmen müssen, und KurfürstMaximilian Heinrich saß in dem Erzbischöflichen Pallaste zu Köln undgrollte mit dem Kaiser, der ihm seinen geliebten Rathgeber Wilhelmvon Fürstenberg gewaltsam vertrieben hatte. Die Reichsstadt Köln ließdem Herzoge auf dem Schiff durch die beiden Bürgermeister Cronen-berg und de Groote den Ehrenwein darreichen.Erst spät Abends kamen die Reisenden in Mülheim an. Einegroße Zahl von Herren der Bergischen Ritterschaft war dorthingekommenzur Bewillkommnung und Beglückwünschung der Heimkehrenden. Amfolgenden Tage machte der Herzog allein, im verschlossenen Wagen, demKurfürsten Maximilian Heinrich in Köln einen Besuch und kehrte bald