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Die Jugendjahre Johann Wilhelms, Pfalzgrafen zu Neuburg und Herzogs zu Jülich und Berg
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351der Brautzug am 9. December Neuburg am Inn, wohin der Kaiserseiner Braut entgegengekommen war. Drei Tage blieb hier das hoheBrautpaar in stiller Zurückgezogenheit im engeren Familienkreise; dannfolgte am 13. December der feierliche Einzug und am 14. Decemberdie VermählungNach Beendigung der glänzenden Feste, welche dabei in Passaustattfanden, kehrte Herzog Philipp Wilhelm mit den Seinigen nachNeuburg zurück, um dort noch einige Zeit zu verweilen. JohannWilhelm stattete in Begleitung seines Bruders Wolfgang Georg, dersich dem geistlichen Stande gewidmet hatte, dem Bischof von Augsburgeinen längeren Besuch ab.Das Neujahrsfest wurde in der Familie festlich begangen, und die Vor-bereitungen zur Heimreise nach Düsseldorf nahmen noch die Zeit bis zumFebruar in Anspruch, wo am 14. Februar 1677 die Abreise erfolgte.Diese Reise des Herzogs Philipp Wilhelm und seiner Familiewar eine fortgesetzte Reihe von Festlichkeiten, da die Landesherrn derweltlichen und geistlichen Gebiete, durch welche der Weg führte, siches angelegen sein ließen, in dem Herzoge zugleich den Schwiegervaterdes Kaisers zu feiern. In den Grafschaften Oettingen und Hohenloheim Gebiete des deutschen Ordens zu Mergentheim, der Bischöfe vonBamberg und Würzburg, der Kurfürsten von Mainz und von Trierüberall war festlicher Empfang und Begrüßung. Selbst die kleinenSchwäbischen und Fränkischen Reichs= und Land=Städte ließen es nichtan Kanonendonner und Glockengeläute fehlen, und die ehrenwerthenBürgermeister mit dem regierenden Raths= und Schöffen=Collegiumhatten sich an den Stadtpforten aufgestellt, um dem durchreisendenFürsten ihre Ehrerbietung zu beweisen. Der Reisebeschreiber weiß nichtgenug zu erzählen von der Ehre, welche überall dem Herzoge undseiner Familie erwiesen wurde, und welche große Freude darübernamentlich der Erbprinz Johann Wilhelm gehabt habe. Ganz beson-ders aber hatte ihm der Spruch gefallen, mit welchem die Jungfrauendes zwischen Tauberbischofsheim und Werthheim gelegenen kleinenStädtchens Kühlsheim ihm den Ehrenwein credenzten:Jung', holWein! Jungfrau schenk ein! Junker trink aus! Bauerzahl den Schmauß!" und in der That gibt uns dieser Spruchin wenigen Worten den ganzen Inhalt der damaligen Lebensanschauungder jungen lebenslustigen Gesellen an den kleinen deutschen Höfensowohl den weltlichen als den geistlichen.In Miltenberg schifften sich die Reisenden auf dem Main ein undfuhren stromabwärts über Hanau und Frankfurt nach Rüsselsheim, wo