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Die Jugendjahre Johann Wilhelms, Pfalzgrafen zu Neuburg und Herzogs zu Jülich und Berg
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350December in Passau festgesetzt wurde. Als künftiger Schwager desKaisers genoß unser junge Prinz wo möglich noch größere Auszeich-nungen als bisher. In dem engeren Umgange, der ihm dadurch in derKaiserlichen Familie vergönnt war, lernte er auch die Erzherzogin MariaAnna näher kennen, die Stiefschwester des Kaisers, und es haben sichhier ohne Zweifel schon die Fäden angeknüpft, welche zu der späterenVermählung führten, da namentlich auch die Kaiserin=Mutter dem Erbprinzen sehr zugethan war und ihn auffallend bevorzugte.Die Abreise des Prinzen von Wien erfolgte am 18. November,nach fünfmonatlichem Verweilen am Kaiserhofe. Den 20. Novembertrafen die Reisenden in Neuburg ein, wo sich Herzog Philipp Wilhelmmit seiner ganzen Familie befand, um den Verhandlungen wegen derVerbindung seiner Tochter mit dem Kaiser näher zu sein. Groß wardie Freude des Wiedersehens der Eltern und Geschwister nach solanger Trennung; denn Alles, was wir aus dem engeren FamilienlebenPhilipp Wilhelms kennen, giebt uns das Bild einer glücklichen undzufriedenen Häuslichkeit, gewürzt durch gegenseitige Liebe der Elternund Kinder!). Von seinen Brüdern feierlichst eingeholt, zogen der Prin-und seine Reisegefährten in zwanzig sechsspännigen Wagen unter demVorritt von zwölf Trompetern und Heerpaukern in Neuburg ein. Eineunzählige Volksmenge begrüßte die Heimkehrenden mit lautem Jubel-ruf unter dem Donner der Kanonen und dem Geläute aller Glocken.Am Eingange zur Hofburg standen die freudig bewegten Eltern mitdem ganzen Hofstaat und schlossen den Heimkehrenden in ihre Arme.Ehe jedoch der väterliche Pallast betreten wurde, begab sich der Zugzur festlich geschmückten Hauptkirche, wo ein Dankgottesdienst für dieglückliche Heimkehr abgehalten ward.Der kurze Zwischenraum, welcher noch übrigblieb bis zur Zeit derReise zur Kaiserlichen Vermählung nach Passau, füllte sich mit Fest-lichkeiten aus, da der Kaiserliche Gesandte, Fürst Ferdinand Dietrich-stein, in Neuburg eingetroffen war, um die Kaiserbraut nach Passau zugeleiten. Den 2. December wurde die Reise angetreten. Ueber Ingolstadt, Neustadt, Scherting, Straubing, Platling und Velzhofen erreichte!) Die jüngeren Geschwister correspondirten eifrig mit dem auf Reisen befind-lichen ältesten Bruder. Es liegen u. A. mehrere Briefe vor, worin sie auchdemselben Mittheilung machen über den Verlauf ihrer Studien und ihmdeutsche, französische, italienische und lateinische Ausarbeitungen zur Durch-sicht und Beurtheilung vorlegen. Wenn auch historisch von geringeremInteresse, geben sie doch lebendiges Zeugniß von der innigen Anhänglichkeitder Geschwister untereinander.