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Die Jugendjahre Johann Wilhelms, Pfalzgrafen zu Neuburg und Herzogs zu Jülich und Berg
Entstehung
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348sammlungen Johann Wilhelms ausmachten, aber leider! mit den anderenKunstschätzen abhanden gekommen sind.Am 22. Mai verließ der Prinz Venedig; ein großes GefolgeVenetianischer Nobili gab ihm bis Mestre das Geleit. Ueber TrevisoConegliano, Sacile und Spilembergo war bald Artegno erreicht, imGebiete des Patriarchen von Aquileja. Schon in Spilembergo hattendie Reisenden von einer bevorstehenden neuen Vermählung des Kaisersgehört; ein dunkles Gerücht nannte sogar schon die älteste Schwesterdes Prinzen als muthmaßliche Braut, ein Umstand, der nicht wenigzur Beschleunigung der Reise antrieb. Im Thale des Tagliamento,über Venzone und Risiutta, gelangte man bald durch die schwierigenPässe der Kluse nach Pontabbia oder Pontaffel, einer Stadt, welchedurch den gleichnamigen Grenzbach in einen italienischen und einendeutschen Theil getrennt wurde.Nach anderthalbjähriger Abwesenheit fühlten die Reisenden wiederdeutschen Boden unter ihren Füßen, und es war ihr erstes Werk inder Heimat, diese Rückkehr durch ein Festmahl zu feiern, wobei aufdas Wohl des Kaisers die Gläser geleert wurden. Ueber Tarvis undSt. Veith eilten sie dann weiter und erreichten am 28. Mai Klagenfurtwo der Prinz im Namen des Kaisers vom Grafen Thun und demHerrn von Rosenberg bewillkommnet wurde. In geflügelter Eile gines dann weiter durch Steiermark, über Neumarkt, Leoben, Bruck a. d.Mur und Murzuschlag nach Schottwien, dem ersten Orte Nieder-Oesterreichs. In Leoben war schon der Neuburgische Hofrath Schellererdem Prinzen entgegengekommen, der Agent seines Vaters am Kaiser-lichen Hofe, und hatte das frühere Verlobungsgerücht in soweit bestätigtdaß die Prinzessin Eleonore wirklich Aussicht habe, Kaiserin zu werden.Bald hatte der Reisezug Neustadt und Traiskirchen erreicht, wo am 4.Juni der am Kaiserlichen Hofe accreditirte Kurkölnische Gesandte, Freiherrvon Nesselrode zum Stein, den Prinzen empfing und ihn nach Wienführte. Der Kaiser hatte den Graf Traun'schen Pallast zu dessen Auf-nahme bereit stellen lassen.Herzog Philipp Wilhelm, der mit väterlicher Sorgfalt die Reiseseines Sohnes überwachte, hatte es auch hier nicht unterlassen, durchEmpfehlungsschreiben an die Grafen von Oettingen und von Lamberg,vor Allem aber an den Beichtvater des Kaisers, das Terrain vorzube-reiten. Er dachte an Alles und sorgte für Alles, was nur das Wohlseines Erbprinzen betraf. Besonders besorgt war er für die Gesund-heit desselben, und Dr. Preyß muß darüber stets ausführlich berichten.Wie aus der vorliegenden Correspondenz hervorgeht, war dem Herzoge