347finden wir denn auch hier, wie überall, eine glänzende Aufnahme undeine Reihe prachtvoller Feste. Der Großherzog und seine Umgebungführten den Prinzen zum Genusse der noch aus der früheren Glanzperiode vorhandenen reichen Kunstschätze und aller sonstigen Merkwür-digkeiten und Schönheiten von Florenz und dessen Umgebungen. Ent-zückt von Allem, was er gesehen, verließ Johann Wilhelm Florenz am30. April, nachdem er noch zuletzt dem mit reichen und kostbaren Waffenangefüllten Zeughause besonderes Interesse gewidmet hatte. Daß jetztschon sein Auge auf die Prinzessin Anna Maria Louise oder Aloysiaseine spätere zweite Gemahlin, gefallen sein soll, wie von Mehrerenbehäuptet wird, ist wohl mehr als zweifelhaft, da sich diese damalsnoch im Kindesalter befand.In rascherem Zuge ging es nun über Scarpenia und Pianorawieder nach Bologna. Der Uebergang über die Apenninen am 1. Maiwar mühsam, aber vom herrlichsten Wetter begünstigt. Vergebens wurdeder Prinz gebeten, in Bologna wiederum einen längeren Aufenthalt zunehmen; er eilte der Heimat zu und ging über Ferrara, ohne sich dortaufzuhalten, nach Mantua, von dort nach Brescia und dann, am 8. Maiüber Desenzano und Peschiera nach Verona. Hier wurde wieder einTag der Besichtigung der Stadt gewidmet und dann die Reise überVicenza und Padua nach Venedig fortgesetzt. Am 12. Mai erblickteer zuerst die Königin der Adria, und eine prächtig geschmückte Gondelharrte seiner Ankunft, um ihn in die Stadt zu führen. Empfehlungs-schreiben des Vaters an den Reichspostmeister Octavian Taxis und anden Prinzen Gonzaga hatten auch hier das Nöthige vorbereitet zu einerglänzenden AufnahmeZehn Tage blieb der Prinz in Venedig und benutzte diese Zeitzur Besichtigung aller Merkwürdigkeiten. Der Doge und der Senaterwiesen ihm die größte Aufmerksamkeit, die Geistlichkeit blieb nichtzurück, und die Akademie feierte den Gast in künstlich gedrechselten,schmeichelhaften und überschwenglichen Sonetten. Am Himmelfahrts-tage wohnte er der größten Festlichkeit Venedigs bei, wo nämlich derDoge auf dem reichgeschmückten Bucentaur in die Adria hinausfährtund einen kostbaren Ring in die Fluthen wirft, zum Symbol der Ver-mählung Venedigs mit dem Meere. Auch zu den benachbarten Inselnwurden mehrere Ausflüge unternommen. Der Doge machte dem schei-denden Prinzen reiche Geschenke in Venetianischen Schmucksachen undnamentlich kostbaren Pokalen aus den berühmten Glasfabriken. Sorgfältig verpackt wurden diese Kunstschätze mit einem Holländischen Schiffenach Düsseldorf versendet, wo sie später eine Zierde der reichen Kunst-
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Die Jugendjahre Johann Wilhelms, Pfalzgrafen zu Neuburg und Herzogs zu Jülich und Berg
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