345Speisen und feine Weine wurden ihm übersendet, und die KöniginChristine von Schweden stellte dem Prinzen noch nebenbei prachtvolleEquipagen und Pferde zur Verfügung. Alles Sehenswerthe wurde inAugenschein genommen. Dem Alterthum scheint Johann Wilhelm jedochweniger Aufmerksamkeit geschenkt zu haben, als der neueren Zeit, unddie Kirchen und Klöster erregten sein besonderes Interesse. Das indiesem Jahre stattfindende Jubiläum und das Weihnachtsfest gabenVeranlassung zu ausgezeichneten kirchlichen Feierlichkeiten, von welchender Prinz sehr eingenommen wurde. Auch den verschiedenen Anstaltenfür Kunst und Wissenschaft wurden Besuche abgestattet, darunter auchder einst durch den Kurfürsten Maximilian von Bayern dem Papstegeschenkten berühmten Heidelberger Bibliothek; doch scheint diese demPrinzen aus dem Pfälzischen Hause keine eigenthümlichen Gedankenerweckt zu haben, wenigstens erwähnt der Reisebeschreiber davon nichts.Besuche in den prächtigen Villen und Gärten der Römischen Großenund Ausflüge nach Tivoli, Frascati und Albano gaben eine angenehmeAbwechselung in dem Festesleben in der Stadt.Ende Februar 1676, nach dreimonatlichem Aufenthalte in Romschickte sich der Prinz zur Abreise an. Nachdem er die nöthigenAbschiedsbesuche gemacht, verließ er mit großem Gefolge Rom zur Reisenach Neapel. Auch hier wurde das Absteigequartier im Jesuiten=Collegiumgenommen. Am 4. März machten die Reisenden einen Ausflug nachdem Vesuv. Obgleich der Prinz sich befliß sein Incognito äußerlich zubewahren, so hatte dennoch der Vice=König den Herzog del Isola zuseiner Begrüßung gesendet und Wagen und Pferde zur Verfügungestellt. Den Schluß der Festlichkeiten in Neapel bildete wieder einegroße Schaustellung mit Redeact, welche die Väter der Gesellschaft Jesuim Collegium veranstalteten. In acht verschiedenen Sprachen wurdeder Prinz von den Zöglingen begrüßt und mit den schmeichelhaftestenLobeserhebungen überschüttet. So sagte u. a. der französische Redner:„Nous admirons en Votre Auguste Personne toutes les vertus quiont accompli les grands Héros de l'antiquité, et pour essayer de faireen trois mots Votre panégyrique, nous pourrons dire de Votre Altessequ' avec l'ame de César possédant la fortune d'Alexandre, Elle aencore la bonne mine et la jeunesse d’Achille.Den 12. März 1676 verließ der Prinz Neapel, um nach Romzurückzukehren, wo er das Osterfest zu feiern gedachte. Unterwegs wurdenoch die berühmte Abtei Monte=Cassino besucht. Ueberall wurden demReisenden große Ehren erwiesen; ein ganz besonders feierlicher Empfangwurde ihm jedoch in der kleinen Stadt Rocca=Guiglielmiana bereitet.
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Die Jugendjahre Johann Wilhelms, Pfalzgrafen zu Neuburg und Herzogs zu Jülich und Berg
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