343der Prinz sowohl als seine Begleiter waren durch die Feierlichkeit auf'shöchste erbaut, jedoch, wie der Reisebeschreiber hervorhebt, mit Ausnahmeeines Einzigen „Lutheri errore adhuc imbuti“. Ueberhaupt habe derAnblick des heiligen Ortes und die dort verrichtete Andacht so günstig aufdas Gemüth der jungen Edelleute eingewirkt — erzählt P. Packeniusdaß sie unter sich eine Strafe von 200 Imperialen festsetzten fürdenjenigen, der nicht täglich der heiligen Jungfrau seine Gebete weihe;„eine andächtigere Wallfahrt eines deutschen Prinzen und deutscherEdelleute habe Italien niemals erblicktVon Loretto über Recanata, Tolentino, Saravalle, Feligno, Spo-leto, Terni und Narni zogen die Reisenden nun gen Rom. Zu Prima-porte, an der alten via Flaminia, kam der Herr von Gymnich ihnenentgegen, den der Cardinal Landgraf von Hessen, des Prinzen Oheimmit zwei Sechsspännern entsendet hatte, um seinen Neffen in die Stadtzu führen. Auch der vorausgegangene Hofrath Yrsch und der Pfalz-Neuburgische Resident bei dem päpstlichen Stuhle fanden sich zumEmpfang hier ein. Während der größere Theil des Gefolges über denPonte-Molle, durch die Porta del Popolo in die ewige Stadt einzog,fuhr der Prinz am 27. November mit wenigen Begleitern rechts abdurch die Engels=Pforte zu seinem Absteigequartier, einem ihm vonder Familie Spada zur Verfügung gestellten Pallaste.Auch für die Aufnahme in Rom hatte Philipp Wilhelm schonfrüher sorgsame Vorbereitungen getroffen. Ein Empfehlungsschreibenan den Papst war unter dem 6. October von Benrath abgegangen,worin das Heil des Prinzen dem heiligen Vater dringend an's Her-gelegt wird. Nicht minder war der Prinz den Cardinälen empfohlenworden, nicht nur dem Oheim, Cardinal von Hessen, sondern auch denCardinälen Antonelli, Altieri, Rospiglioso, Chigi, Barbarino, CarpegnaOttoboni, Pio, so wie den Würdeträgern und Oberen der GesellschaftJesu. Auch der Königin Christine von Schweden, dieser merkwürdigenFrau, der Tochter Gustav Adolfs, welche im Alter von 28 Jahrendem Throne entsagt hatte, katholisch geworden war und jetzt, nach22jährigem Aufenthalt in Frankreich, hier in Rom den Künsten undWissenschaften lebte, empfahl Philipp Wilhelm seinen Sohn in einemSchreiben d. d. Benrath, den 6. October 1675, worin es heißt:„Mon fils ainé faisant le tour par quelques provinces de l'Europepour y observer ce qui s’y trouve de plus rare, V. M. jugera facilementcombien d’envie il doit avoir à se jetter à Vos pieds; il croit avecjustice, Madame, qu'en s'approchant de Votre sacrée personne, il verraplus de raretés à la fois, qu'il n'en a pas trouvées dans toute l'étendue
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Die Jugendjahre Johann Wilhelms, Pfalzgrafen zu Neuburg und Herzogs zu Jülich und Berg
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