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Die Jugendjahre Johann Wilhelms, Pfalzgrafen zu Neuburg und Herzogs zu Jülich und Berg
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342Pompes begangen ward. Einladungsschreiben des Herzogs Franz vonModena und des Herzogs. Ranucci Farnese von Parma baten denPrinzen um seinen Besuch, der zunächst in Parma beschlossen würde.Der Herzog kam den Reisenden an der Tarobrücke entgegen und führteseinen Gast in feierlichem Aufzuge in die Residenz, wo er sich bestrebteihn durch ausgezeichnete Festlichkeiten zu ehren. Bei der Abreise wurdeder Prinz abermals vom Herzoge mit großem Gefolge zur ModenesischenGrenze geleitet, wo bereits Prinz Aloysius von Este, Gouverneur vonReggio, des Ankommenden harrte. In Reggio wurde übernachtet undam folgenden Tage die Reise über Rubiera nach Modena fortgesetzt.Mit drei Prinzen und großem Gefolge war der Herzog dem Gasteentgegengeeilt und geleitete ihn in die Hauptstadt, wo festlicher Empfangvorbereitet war. Vor dem Pallaste und dem Hofe war die Garde auf-gestellt und in den Sälen war große Cour mit Vorstellung der Ministerund Hofleute. Abends erbat sich der Gouverneur vom Prinzen dieParole; Johann Wilhelm wollte diese höchste militärische Ehrenbezeugungbescheiden zurückweisen, da aber sein Sträuben nicht angenommen wurde,gab er als Parole: Obedisco! welches als eine besonders geistreicheAntwort angenommen wurde. Wie der Empfang, so war auch derAbschied; in herzoglichen Sechsspännern wurden die Reisenden wiederbis zur Grenze geführt und betraten nun mit dem Uebergang über denPanaro das Gebiet des Papstes. Abends erreichten sie Bologna.In Bologna waren die Kirche des heil. Petronius, die Universitätdie verschiedenen Klöster, darunter in erster Reihe das Jesuiten=Collegium,die Bibliothek und die Sammlungen der Kunstschätze die nächsten Gegen-stände der Besichtigung. Ein Tag wurde verwendet zum Besuch desauf dem Abhange der Apenninen gelegenen Klosters Michele, von wosich eine weite Aussicht über die Ebene bis zur Adria eröffnete. DerReisebeschreiber will sogar im Norden Mantua und Verona, im SüdenAncona und Loretto erblickt haben. Die zu Füßen der Beschauer liegendeStadt vergleicht er mit einem beladenen Schiffe, als dessen Mast der330' hohe Asinelli=Thurm hervorrage.Mitte November verließ der Prinz Bologna und eilte über ImolaFaenza, Forli, Cesena, Pesaro, Fano, Sinigaglia und Ancona nachLoretto, wo der Reisezug am 20. November eintraf. Johann Wilhelmund seine Begleiter begaben sich sogleich zu der berühmten Kirche, vorderen Pforte sie die Waffen ablegten und dann, voller Andacht dieKniee beugend, sich der in der Mitte des Tempels aufgestellten sanctacasa näherten, um ihre Gebete zu verrichten. Am folgenden Tageeinem Marienfeste, strahlte die Kirche in herrlichster Beleuchtung und