341über die grande Chartreuse ein; Herr von Golstein führte die andereColonne im Thale der Isere nach Montmeillant, der ersten SavoyischenStadt. Der Herr von Nesselrode war schon in Avignon nach Düssel-dorf zurückberufen worden, „da seine Anwesenheit im Lande dringenderforderlich soNach mehr als dreimonatlichem abermaligem Aufenthalt in Frankreichwurde am 15. October 1675 die Grenze überschritten, und unser Reisebeschreiber schüttelt den Staub Frankreichs von seinen Füßen, aber nichtohne vorher noch der Königstreue, der Gewandtheit, der Gelehrsamkeit,den feinen und eleganten Sitten und der Jugenderziehung der Franzoseneine große Lobrede gehalten zu haben. Besonders hebt er ihre Mäßig-keit im Trinken hervor, woran die deutsche Jugend sich wohl ein Beispielnehmen könne. Vielleicht mochten die seiner geistlichen Obhut anver-trauten lebenslustigen Rheinischen jungen Herrn ihm in diesem Punktemanchmal viel zu schaffen gemacht haben.Der nächste Besuch galt nun dem Savoyisch=Piemontesischen Hofe.Herzog Karl Emanuel war im Laufe des Sommers 1675 gestorben,und die Herzogin Witwe führte die vormundschaftliche Regierung fürihren neunjährigen Sohn Victor Amadeus. Von Montmeillant überAiguebelle und la Chambre ging die Reise im Thale der Are nachSt. Jean de Maurienne, dann über St. Michel und St. Andre nachLans=le=Bourg, wo die Reisenden ihre Vorbereitungen trafen zum Ueber-gange über den Mont Cenis, der auf Maulthieren unter großen Schwie-rigkeiten ausgeführt ward. Abwärts gelangten sie dann im Thale derDora riparia nach Turin. Nach viertägigem Aufenthalte daselbst, woder Prinz wegen der herrschenden Hoftrauer sein Incognito bewahrte,ging er selbst mit einem Theile der Gefährten über Asti, Alessandriaund Novi nach Genua, wo er den 27. October eintraf. Der HofrathVrsch aber schiffte sich mit dem Reste der Dienerschaft und dem Gepäckauf dem Po ein, um nach Ferrara vorauszugehen.In Genua wurde der Prinz im Namen der Republik durch dieMarchesen Spinola und Durazzo begrüßt, die sich ihm zur Verfügungstellten. Im Hafen führte die Genuesische Flotte ihm zu Ehren einScheingefecht aus. Die von der Republik ihm angebotene Galeere zurUeberfahrt schlug er jedoch aus und kehrte nach viertägigem Aufenthaltnach Novi zurück, um von dort nach Pavia zu gehen, wo die Reliquiendes heiligen Augustinus verehrt und die Klöster der FranciscanerCarmeliten und Karthäuser besucht wurden. Dann eilte Johann Wil-helm nach Mailand, um am 4. November dem Feste des heiligen KarlBorromaeus beizuwohnen, welches dort mit Entfaltung großen kirchlichen
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Die Jugendjahre Johann Wilhelms, Pfalzgrafen zu Neuburg und Herzogs zu Jülich und Berg
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