Druckschrift 
Die Jugendjahre Johann Wilhelms, Pfalzgrafen zu Neuburg und Herzogs zu Jülich und Berg
Entstehung
Seite
333
Einzelbild herunterladen
 

333Von allen Seiten wurde der junge Prinz zuder bevorstehendenperegrination beglückwünscht. Der Hofkaplan Antonius Jungweit zuNeuburg gratulirtzu dem Heroischen Gemüth, welches auch bei diesenunbeständigen Zeiten so generos hinauszuwagen entschlossen, er wünschtalle verlängliche Glücks⸗ und Leibs⸗disposition, undofferirt zumehrerem effect Ew. Höchstfürstl. Durchlaucht wie neben täglichenextraordinairen Gebetsandachten, Communionem und anderen geistlichenExercitien dreißig heylige Messen, alles nur zu diesem Ende, auff daßdie Göttliche Obhand Selbe mit Erzenglischem comitio, wie einen jungenTobiam, über alle widrigen Wege, difficulteten triumphirend beidenDiehochfürstl. Durchl. herrn Vattern und Muttern haimbführeminimi ac devotissimi Servi Collegii Societatis Jesu Neoburgi Incolaeunter Anführung ihres Rectors, wünschen demPeregre Abiturientiauspicatum iter et felicissimum reditum, und geloben diesen Wunsch zukräftigensacrificiis 40, Rosarijs 40, Commun. 30. Litanijs O.O. S.S.60, Missis audiendis 40, Breviarijs 40, Mortificationibus 100, LitanijsB. V. 60. An alle Residenten und Agenten Philipp Wilhelms anden auswärtigen Höfen wurden Verfügungen erlassen, um für die Reiseund den Aufenthalt des Prinzen das Nöthige einzuleiten.Der fürstliche Hof befand sich noch in Bensberg, dem gewöhnlichenHerbstaufenthalte, wo alle diese Vorbereitungen zur Reise getroffenwaren. Am 18. November 1674 wurde daselbst ein feierlicher Gottes-dienst gehalten, um des Himmels Segen für die Reise zu erflehen.Von dort zog der Hof am 20. November nach Benrath, dem geliebtenTusculum Philipp Wilhelms. Hier wurden die Führer und Begleiternoch speciell verpflichtet und mußten schwören, das Wohl des Erb-prinzen nach besten Kräften überall wahrzunehmen. Alle erhielten diegemessensten schriftlichen Instructionen, von denen diejenige für denHofrath Yrsch, d. d. Benrath den 25. November 1674, die ausführ-lichste ist, und in eilf Artikeln Alles ganz genau feststellt, was sich aufdas Secretariat und namentlich auf das Kassenwesen bezieht, ein wahresMuster von pünktlicher Genauigkeit und Umsicht. Johann Wilhelmwar mit seinem um ein Jahr jüngeren Bruder Wolfgang Georg directnach Düsseldorf gegangen. Erst am 25. November folgte der Hofdorthin, wo Philipp Wilhelm seinen Räthen den Erbprinzen als ihrenzukünftigen Herrn vorstellte und empfahl. Auch die Stadt Köln hattees sich nicht nehmen lassen, ihren Glückwunsch zur Reise durch denBürgermeister von Jude und den Syndikus Falkenberg dem jungenPrinzen darzubringen. Am 3. December wohnte alsdann der ganzeHof mit sämmtlichen Räthen und Beamten einem feierlichen Gottes-