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Die Jugendjahre Johann Wilhelms, Pfalzgrafen zu Neuburg und Herzogs zu Jülich und Berg
Entstehung
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331im Kriege mit der Republik der Vereinigten Niederlande, vor Herzogen-busch sein glänzendes Hoflager aufgeschlagen hatte. Auch mögen dieBemühungen, welche der Vater zu dieser Zeit zur Erlangung derKönigskrone von Polen machte, auf den höher strebenden Sinn desJünglings nicht ohne Einfluß geblieben sein.An Körper und Geist hatte sich der junge Prinz rasch entwickelt.In allen körperlichen Uebungen sehr gewandt, vorzüglicher Tänzer, guterFechter und Reiter, hatte er unter der Leitung seiner Lehrer sich diean den Höfen der damaligen Zeit unentbehrliche Kenntniß der lateinischenfranzösischen, italienischen und spanischen Sprache erworben, und inLogik, Mathematik und Rhetorik die verschiedenen Stufen des Lehr-gebäudes der Jesuitenschulen absolvirt. Jetzt war die Zeit gekommenwo er durch Reisen sich weiter ausbilden und seinen Besuch an ver-schiedenen Höfen Europas machen sollte, um dort die erworbenenKenntnisse zu vermehren und gleichsam sich in diejenige Sphäre einzu-führen, welcher er standesgemäß angehörte. Es wurde deshalb einausführlicher Reiseplan entworfen und dem Kaiser zur Genehmigungvorgelegt.Eine höchst wichtige Frage waren die Kosten dieser Reise. PhilippWilhelm wendete sich zunächst an die Stände von Neuburg, indem erihnen vorlegte, wie es nöthig sei, daßder junge Prinz mit auswär-tigen Potentaten sich persönlich bekannt mache, derselben Regierungs-principia und manieren beobachten und penetriren, mithin die insti-tutionem domesticam perfectioniren, Er selbst hernächst seine aigeneLandt und Leuth desto erträglich, fueglich und nützlicher mit Abstellungdes schädlichen und einführung des guten erlernen kann, zu herschenund zu regieren und eine Beihülfe zur Bestreitung der Reisekostenverlangte. Die Stände bewilligten auch auf zwei Jahredie Aus-schreibung von ein Viertel der ordinari-Steuer in zwei Terminen jährlichauf Lichtmeß und Philipp=Jacobi, woran sie jedoch die Bedingunknüpften, daß die bisher auf Landeskosten unterhaltenen 600 Reuterabgeschafft oder auf ein minimum reduzirt werden sollen. Es wurdenAugsburger Bankhäuser beauftragt, die Zahlungen zu übermitteln, welchesich auf 10,000 Flr. belaufen. Ein gleicher Antrag erging an dieStände von Jülich und von Berg. Die Jülichschen Unterherrn bewilligendie Summe von 2000 Thlr., über deren Auszahlung aber noch vieleSchwierigkeiten entstanden. Die Stände von Jülich warfen 6000 Thlraus, deren Erhebung aber nicht minder schwierig wurde, da wegen derscharfer frantzösischer Betröhungen in den Aemtern Born, Millenund Heinsberg nichts erhoben werden könne. Seitens der Bergischen