330seiner Convertirung nach Düsseldorf berufen hatte, wo sie 1620 einCollegium gründeten und in dem von dem Stiftsherrn Petrus Laererbauten Seminar auf dem Friedrichs=Platze ihre Lehrstühle eröffneten.In der erwähnten Instruction wird der Hauptaccent auf diereligiöse Erziehung gelegt. Der junge prinzliche Zögling soll von allenErörterungen und Streitfragen fern gehalten werden, welche den ortho-doxen katholischen Glauben erschüttern könnten; alle Schriftsteller, BücherBilder, die nicht mit dem katholischen Glauben im Einklang sind, sollenaus seiner Atmosphäre verbannt und jedes einzelne Dogma ihm genaunach der römischen Fassung eingeprägt werden u. s. w. Ueber diewirkliche Ausführung dieser Instruction erfahren wir zwar nichts Näheres,aber soviel steht fest, daß bei der mehr passiven und lenksamen Indi-vidualität, welche allmählich in dem jungen Prinzen sich entwickelte, undbei der strenge durchgeführten Erziehung nach dem vorgezeichnetenSystem, die in der Kindheit ihm eingeprägte Folgsamkeit gegen dieLehren seiner Erzieher eine gewisse Unselbständigkeit in dem Charakterdes Jünglings zur Folge hatte, welche sich selbst in reiferem Alter nichtverlor, so daß wir denselben namentlich in religiösen Dingen stets diesemEinfluß bleibend unterworfen wiederfinden.Am Hofe zu Düsseldorf hatte schon zu Zeiten Wolfgang Wilhelms,eines seinen Zeitgenossen an Bildung und Geschmack weit vorausge-schrittenen Fürsten, eine große Vorliebe für glänzende Aeußerlichkeit undPracht sich geltend gemacht, welche demselben eine hervorragende Stelleunter den kleineren deutschen Höfen anwies. Philipp Wilhelm, derzärtliche Gatte und sorgsame Familienvater, und mehr einem glücklichenFamilienleben sich zuneigend, war nicht weniger bemüht gewesen, durchäußeren Glanz und comfort seine Häuslichkeit zu schmücken, indem erdieselbe mit kostbaren Raritäten und Erzeugnissen der bildenden Kunstzierte. Die fast alljährlich stattfindenden Kindtaufen, welche vielevornehme Gäste nach Düsseldorf führten, boten ihm Veranlassung zurEntwickelung großer Pracht; nicht minder die kirchlichen Feste, welcheer mit feierlichen Aufzügen und großem Pomp auszustatten liebte. DieUmgebungen und Eindrücke der Kindheit üben aber unbestritten einenbleibenden und schwer zu verlöschenden Eindruck aus auf die Neigungendes heranwachsenden Alters. So mag denn auch die Vorliebe füräußere Pracht, welcher Johann Wilhelm später in so hohem Maßehuldigte, hier ihre erste Wurzel geschlagen haben. Genährt wurde die-selbe gewiß auch durch den Besuch, den er 1672, in seinem vierzehntenLebensjahre, in Begleitung seines Vaters und eines großen Gefolgesvom heimischen Adel, dem Könige Ludwig XIV. machte, der damals
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Die Jugendjahre Johann Wilhelms, Pfalzgrafen zu Neuburg und Herzogs zu Jülich und Berg
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