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Die Jugendjahre Johann Wilhelms, Pfalzgrafen zu Neuburg und Herzogs zu Jülich und Berg
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329Richtschnur genommen hatte, so lohnt es sich wohl der Mühe, einenBlick auf die Erziehung und die Jugendjahre dieses Fürsten zu werfen,bis zu seiner Uebernahme der Regentschaft in Jülich=Berg; vielleichtgelingt es, in dieser Periode der Entwickelung der körperlichen undgeistigen Kräfte die Keime zu finden zu dessen späterem Verhalten undAuftreten als Landesherr.Johann Wilhelm wurde geboren im Schlosse zu Düsseldorfam 19. April 1658, als das vierte Kind und der älteste Sohn aus derüberaus glücklichen, mit 9 Söhnen und 8 Töchtern gesegneten zweitenEhe des Herzogs Philipp Wilhelm, Pfalzgrafen und Herzogs vonNeuburg, Jülich und Berg, und der Herzogin Elisabeth Amalie, Tochterdes Landgrafen Georgs II. von Hessen=Darmstadt. Große Freudeherrschte am Hofe über die so lange und heiß ersehnte Geburt einesErbprinzen, und Philipp Wilhelm in seinem frommen Sinne erbauteaus Dankbarkeit für die seinem Hause erwiesene göttliche Gnade dieKreuzkapelle zwischen Düsseldorf und Hamm, welche vom Schlossegerade soweit entfernt sein soll, als der Calvarienberg vom Hause desPilatus in Jerusalem. Am heiligen Sonnabend vor dem Osterfestevollzog der Abt vom Altenberge, Johannes Blankenberg, in derSchloßkapelle die Taufe. Johann Wilhelm Joseph Ignatiuswaren die dem Täuflinge beigelegten Namen, und als Taufpathen findenwir neben dem Könige Johann Casimir von Polen und dem Land-grafen Georg von Darmstadt auch die Stände von Jülich und Bergund sogar die Stände von Cleve und die Ritterschaft der GrafschaftMark, obgleich die beiden letztgenannten Territorien schon lange factischim Besitze der Brandenburger waren. Allerdings war die Theilun-des einstigen Jülich=Clevischen Erbes noch nicht rechtsgiltig geworden,und wir dürfen deshalb in der Hinzuziehung der Clevischen undMärkischen Stände zu der Taufe des Erbprinzen und künftigen Landes-herrn wohl nur eine Wahrung des Rechtsstandpunktes in Bezug aufdie Erbansprüche erblicken.Der neugeborene Prinz wird uns geschildert als ein kräftigesschönes Kind, dessen körperliche und geistige Anlagen sich schon früh-zeitig vortheilhaft entwickelten. Eine ausführliche Instruction desVaters schrieb den einzuschlagenden Weg der Erziehung genau vor,bis auf die geringsten, scheinbar unwesentlichen Details. Der denweiblichen Händen entwachsene Prinz erhielt zum Gouverneur denFreiherrn Hermann von Wachtendonk, Maltheser=Ritter; die Lehreraber wurden vorzugsweise erwählt aus den Vätern der GesellschaftJesu, welche der Großvater, Wolfgang Wilhelm, im Jahre 1614 bei