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Ueber den Gebrauch des Christenblutes bei den Juden
Entstehung
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10Kaum hatten die Christen unter letzterem Namen staatliche Anerken-nung gefunden, als sie sich beeilten, den orthodox=mosaisch gebliebenen Judendas Verbrechen, dessen man sie (die Christen nämlich) bezüchtigt hatte, dasvermeintliche Verbrechen vom Gebrauche des Menschenblutes in die Schuhezu schieben. Das rohe Volk wurde, wie man es überhaupt gegen Anders-denkende (darunter Arius) fanatisirte, ganz besonders zur christlichen Ausrot-tung der Kinder Israels angeleitet.Anderthalb Jahrtausend sind seitdem mit beispiellosen Prüfungenüber das Volk Gottes hergezogen, Prüfungen deren eiserne Kettenin der Hölle geschmiedet zu sein scheinen. Anderthalb Jahrtausend wurdeden Auserwählten Jehovahs ein Kelch voll Wermuth gereicht, wieihn keine Nation jemals ausgetrunken, die das Schicksal im ehrenenMörser unter eiserner Keule zerstampfte. Anderthalb Jahrhundert mu-ßte das reine Gold im heftig glühenden Schmelztiegel sich bewähren undso als unverwüstliches, köstliches Metall erweisen. Die Probe der Aecht-heit ist glänzend bestanden; aber wieviele Jammerthränen des undank-barsten Martyrthums sind auf den Adelsbrief geflossen, den die ver-einigten Jahrhunderte den 12 Stämmen ausgefertigt haben?!Noch immer nicht verhallt iſt das Schmerzensgeſchrei, das der neueBund, die im Mantel der Feindesliebe heuchlerisch einherschreitendeTücke, den armen Juden auspreßte. Aus ihren Gräbern hervor tönendie Stimmen der feig hingemordeten Greise, Weiber und Kinder, dasWuthgeheul der gefesselten Väter, vor deren Augen verthierte Creaturendie Töchter entweihten, die herzzereißenden Klagelieder der edelsten Jung-frauen Israels, die um der Schande zu entgehen, sich den erlösendenDolch in's schuldlose Herz drückten. Aus den offnen Grüften heult dieVerzweiflung der Bekenner Jehovahs, die, dem alten Gesetze getreu,unter den grausam erfundenen Qualen des Scheiterhaufens starbenoder unter den rauchenden Trümmern ihrer durch Pöbelsgewalt undFlammen zertrümmerten Häuser erstickten. Sie alle, diese MillionenStimmen jener unglücklichen Opfer des Judenhasses, vereinigen sichheute zu einem einzigen, Alles übertönenden Rufe nicht nach Rache,sondern nach Gerechtigkeit!Uns, die wir christlich=germanischen Ursprunges sind, uns ziemtes, den frommen Mordthaten unserer Verfahren zu fluchen, undzu erröthen, wenn der Name unserer ererbten Religion genannt wird.Seien diese Zeilen, das demüthige Geständniß der unverzeih-