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bert von Freibnrg: Summa theologiae in dem Abschnitt: vom höchstenGut, wo derselbe im Anschluss an die Ansichten seines Lehrers dieFrage behandelt, ob die Engel, die Guten wie die Bösen in körper-licher Gestalt erscheinen könnten. Es heisst dann: „aliter autemab omnibus praemissis sentit doctor meus dominus Albertus episcopusqnondam ratisponensis, vir in omni scientia adeo divinus, ut nostritemporis Stupor et miraculum congrue vocari possit. et in magicisexpertus, ex quibus multum dependet huius materiae scientia. 1 )Dass der Schüler des Albertus mit den Worten „in magicis expertus"nicht sagen wollte, sein Meister habe jemals magische Künste aus-geübt, ist klar, sonst würde er ihn nicht mit solchen Lobpreisungenunmittelbar vorher überschüttet und ihn einen göttlichen Manngenannt haben. Wie der Zusammenhang deutlich beweist, will Engel-bert nur beiläufig bemerken, dass sein Lehrer in Betreff jener Frageüber Erscheinungen der Engel und Dämonen abweichender Ansichtsei; seine Ansicht aber in dieser Materie von Gewicht sei, weil ersich mit jenem Nachtgebiet — vornehmlich den die Magie betreffendenSchriften — beschäftigt, also Erfahrungen gesammelt habe. Wennnun Albertus M. in seiner Summa theologiae zugesteht, dass dieDämonen noch immer unter gewissen Gestalten erscheinen und einenphysischen Einfluss auf den Menschen ausüben könnten, so hat ersich hier nicht von den falschen Vorstellungen seiner Zeit frei zumachen vermocht. 2 ) Die Aussage Engelberts enthält aber noch einanderes beachtenswerthes Moment. Albertus soll in allen Wissen-schaften so hervorragend gewesen sein, dass er ein „Stupor etmiraculum" seines Zeitalters genannt zu werden verdiente. Dass erdiesen Ruf nicht bloss seinen philosophischen Forschungen, sondernauch seinen Entdeckungen im Gebiete der Natur verdankte, ist gewiss.Gerade hier waren es seine physikalischen, chemischen u. a. Experi-mente, die Instrumente, Apparate, deren er sich dabei bediente,welche das Staunen seiner Schüler und die Verwunderung des Volkeserregen mussten. Wir finden in seinen naturwissenschaftlichen undanderen Schriften Stellen, die es ausser Zweifel setzen, dass er aufeine zum Theil sehr einfache Weise mechanische Figuren, die sichfortbewegen oder Töne von sich geben konnten, construirt hat. Inder Schrift „über die Seele", da, wo er über die Bewegungen dep
*) Script, ord. prädic. von Qu6tif I p. 170.
2) Summa theol. Pars II tract. VIII quaest 30 ed Jammy Tom. XVIII.