Vorrede.
i.
Wenn der Mitunterzeichnete seiner Begriissung eine kleine Ab-handlung über Albertus magnus hinzugefügt hat, so bestimmte ihnbei der Wahl dieses Stoffs die lebendige Erinnerung, dass schonauf dem ehemaligen Carmelitergymnasium seine Aufmerksamkeit aufjenen grössten Denker, den Köln im Mittelalter aufzuweisen hat,hingelenkt worden ist. In Folge dieser Anregung bearbeitete er imkirchenhistorischen Seminar zu Berlin unter A. Neander's Leitungdie Summa theologiae des Albertus und später im historischen Se-minar L. Ranke's das Verhältniss Albertus des Grossen zu Aristotelesund den arabischen Uebersetzungen sowie Gommentaren. Bei seinerHabilitation zu Bonn im November 1846 hielt er vor der evange-lischen theologischen Facultät eine Vorlesung über die sagenhaftenund unhistorischen Znsätze zu dem Leben des Albertus nach denQuellen im Anschluss an die erste kritisch zu nennende Darstellungdes Lebens und der schriftstellerischen "Wirksamkeit Alberts von demGelehrten Jac. Quetif in den Scriptores ordinis praedicatorum. —Wenn später die historischen Studien des Mitunterzeichneten sichanderen Quellengebieten zugewandt haben, so ergreift derselbe jetztdie willkommene Gelegenheit noch einmal, eine Seite des Lebensund schriftstellerischen Wirkens des grössten Kölner Gelehrten imMittelalter wieder zu beleuchten, die für die richtige Würdigungdesselben ihm von grosser Bedeutung zu sein scheint.
Bonn, Ende October 1875.
Dr. theol. Wilhelm Krafft,
Consistorialrath und Professor,