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Als offenbarungsgläubiger Theologe hält Albertus an dem "Wunderfest, wenngleich er die gewöhnliche Vorstellung von demselben ver-wirft, als wenn es aus dem geordneten Verlaufe der Dinge heraus-treten könnte. Er geht dabei in seiner Summa theologiae von derVoraussetzung aus, dass in der Materie, welche Gott erschaffen hat,von Anfang an, wenn auch noch verborgen, die Form liegt, welcheaus ihr hervorgehen soll. Diese von Gott hineingelegte Form be-trachtet er als den ewigen Gedanken, der schon im Anfang der Dingeauf ihren Zweck hinweist, so dass Anfang und Ende der Dinge instetigem Zusammenhang stehen. Demnach kann Gott durch dasWunder Nichts gegen die Natur wirken, welche er selbst in dieDinge hineingelegt hat; wenn er etwas gegen diese Natur thäte, sowürde er es gegen sich selbst thun. Die Wirksamkeit Gottes istüber der Natur und kann gegen den gewöhnlichen oder den uns be-kannten Lauf der Natur sein, aber nicht gegen das, was Gott ur-sprünglich in die Keime des Daseins, d. h. in die Materie gelegt hat. x )Durch diese Auffassung ist seine Stellung zur Naturwissenschaft bedingt.Sehr bestimmt erklärt er: „et ideo supra diximus, quod naturalia non sunta casu, nee a voluntate sed a causa agente et terminante ea: neenos innaturalibus habemus inquirere qualiter deus opifexseeundumsuam liberam voluntatem creatis ab ipso utatur ad miraculum,quo declaret potentiam suam, sed potius quid in rebus natura-libus seeundum causas naturae insitas naturaliter fieripossit." 2 ) Denselben Gedanken spricht er bei einer Untersuchungüber den Blitz aus, wo er die griechischen Philosophen, besonders denAristoteles widerlegt und schliesst: „propter haec et his similia dicen-dum, quod deus sublimis naturas regit et administrat per naturalescausas et illas hie quaerimus, postquam divinas, quia nonsicut proximae, non de facili possumus eas investigare." 3 )
"Wie ist es denn, so fragen wir nochmals, solchen Aussprüchendes Albertus als Naturforscher gegenüber möglich gewesen, dass manihn als Schwärzkünstler verschrieen hat, der seine Wissenschaft einemBunde mit den Unstern Mächten verdankt haben soll? —
Wir wollen eine Antwort auf diese Frage zu geben versuchen.
Die erste Spur, welche Albertus M. mit der Magie in Beziehungsetzt, findet sich schon in einer Schrift seines Schülers Ulricus Engel-
!) Summa theol. pars II Tom. VIII quaest. 31 ed Jammy Tom. XVIII.
2 ) de coelo et mundo lib. I tract. 4 cap. 10 ed Jammy Tom. II.
3 ) Meteororum lib. III trnet. cap. 23 ed. Jammy Tom. VI.