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Briefe und Documente aus der Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert : nebst Mitteilungen über Kölnische Gelehrte und Studien im 13. und 16. Jahrhundert bei Gelegenheit des 50jährigen Stiftungsfestes des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums zu Köln
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Pabstc Alexander IV zum Bischof von Regensburg ernannt, aberschon nach wenigen Jahren kehrte er wieder nach Cöln zurück zuseinem Lehramt, von dem er nicht lassen konnte, und starb im Jahre1280 zu Cöln in hohem Alter.

Früher ruhten seine Gebeine in seiner cölner Klosterkirche, ausder sie, als diese im Anfang unsres Jahrhunderts mit der altenGrabesinschrift zerstört worden war, an ihre jetzige Stätte versetztworden sind. Man hat schon oft mit Recht gefragt: hat denn dieKirche für Albertus den Grossen, der nicht bloss als ein Weltweiserso hervorragend in seiner Zeit dasteht, sondern auch zu der von derKirche später als selig verehrten Schaar gehört, nicht eine würdigereBestattung herstellen können? Die helle Strahlenkrone, welchedas Haupt des Seligen auf dem verklärten, von der Hand Fiesole'sgemalten Bilde im Dominikanerkloster zu Florenz umgiebt, ist durchdas unansehnliche kirchliche Denkmal zu Cöln gar sehr in Schattengestellt. Der Grund der Missachtung liegt vielleicht in der Gleich-gültigkeit der cölner Kirche gegen den grössten Vertreter der Wissen-schaft, den Deutschland und die Stadt Cöln im dreizehnten Jährhundertdort aufzuweisen hat. Bemerkenswerth ist es aber, dass hinter derStrahlenkrone des Seligen schon seit dem vierzehnten Jahrhundert eindunkler Schatten aufsteigt. Es ist Albertus, dem Grossen, ergangen,wie auch andern grossen Denkern und Gelehrten des Mittelalters, dieihre Zeitgenossen an Umfang und Tiefe des Wissens hoch überragten,dass man ihn als einen Zauberer verschrieen hat, der seine Schwarz-kunst einem Bunde mit dem Teufel und dem Verkehr mit den bösenGeistern verdanke. Eine grosse Anzahl von Schriften voll destollsten Unsinns und Aberglaubens sind ihm später zugeschrieben undunter seinem Namen verbreitet worden, ja die sogenannten Zauber-bücher des Mittelalters wurden ohne Weiteres mit dem NamenScientia Alberti benannt. Ebenso wie ihm ist es dem grössten Ge-lehrten des zehnten Jahrhunderts, Gerbert, dem Vorsteher derKathedralschule zu Rheims, später Pabst Sylvester II, ergangen,obgleich er ein Jahrhundert lang nach seinem Tode noch ganz un-befleckt war. Auch der Zeitgenosse Alberts, Roger Bacon, derenglische Franziscaner, der neben ihm als ein Stern erster Grösseunter den Denkern hervorleuchtet, ist von seinen eigenen Ordens-brüdern, denen sein Licht zu hell strahlte, eines Bundes mit demBösen beschuldigt und in ein enges Gefängniss geworfen worden, indem er zehn Jahre geschmachtet hat.