Druckschrift 
Briefe und Documente aus der Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert : nebst Mitteilungen über Kölnische Gelehrte und Studien im 13. und 16. Jahrhundert bei Gelegenheit des 50jährigen Stiftungsfestes des Friedrich-Wilhelms-Gymnasiums zu Köln
Entstehung
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Albertus der Grosse und seine Stellung zurWissenschaft seiner Zeit.

(Nach Geschichte und Sage.)(Von Consistorialrath und Prof. Dr. Krafft zu Bonn.)

An dem nördlichen Eingang der St. Andreas Kirche zu Cölnfindet sich gleich beim Eintritt zur Linken an einem Seitenaltar einkleiner, unscheinbarer Sarg aufgestellt mit der Inschrift: R. L. Q.S. Alberti M., die andeuten soll, dass hier die irdischen Reste Albertides Grossen aufbewahrt werden. Er stammte aus dem gräflichenGeschlecht der Bolstrat oder Bolstat zu Lauingen in Schwaben, woer im Jahre 1193 geboren ist. Er widmete sich gelehrten, besondersnaturwissenschaftlichen Studien zu Paris und Padua, trat im Jahre1223 im 29. Lebensjahre dem damals aufblühenden Dominikaner-orden bei, und allem weltlichen Treiben entsagend, gab er sich zuBologna dem theologischen Studium hin. Auf die Aufforderung seinerOberen kehrte er in sein Vaterland zurück und trat als Lehrer derPhilosophie und Theologie an verschiedenen Klosterschulen seinesOrdens, unter andren auch zu Cöln, bereits mit solchem Erfolg auf,dass die Studirenden ihm folgten. Als sein Orden sich zu Pariseines Lehrstuhls bemächtigt hatte, trat er auch dort wiederholt aufund befestigte hier durch seine erfolgreiche Lehrthätigkeit dasAnsehen seines Ordens in der Wissenschaft. Im Jahre 1248 kehrteer mit dem einige Jahre früher als Schüler ihm zugesandtenThomas von Aquin nach Cöln zurück, als Lehrer einer höherenSchule, welche damals vom Orden für Deutschland gegründet wurde,an der die Schüler ihre Studien beenden und promoviren konnten,die Grundlage der späteren cölner Universität. Nachdem er im Jahre1254 zum Provinzial seines Ordens für Deutschland ernannt wordenwar, wurde er zu den wichtigsten Geschäften verwendet. So z. B.vertheidigte er den an der pariser Universität hart angegriffenenOrden in der glänzendsten Weise. Im Jahre 1260 wurde er vom