halb dieser Gruppe sind die Brustbilder des Astronomen, Physikersund Mathematikers Karl Friedrich Gauss und des GeologenLeopold von Buch, unterhalb die des Magdeburger Bürger-meisters, Erfinders der Luftpumpe und der Electrisirmaschine, Ottovon Gerike und des Physiologen Johannes Müller.
Neben dem Friese steht, der allegorischen Hauptfigur in derMitte der Wand sich zukehrend, „der Mann freien Geistes", wieKepler ihn nennt, der kühne und bescheidene Forscher des Sternen-himmels
MteolouB (Eoperotcu*
in dem schlichten Rocke des Stiftsherrn, in der Rechten ihr einSinnbild der „ Copernicanischen Weltordnung" entgegen haltend , inderen Mitte „die Alles schauende Sonne" ruht.* Er bringt dieFrucht seiner mehr als 36jährigen Forschungen mit einem Blickeinnerer Befriedigung dar, aber die schlaffen Züge des Antlitzeszeugen von der Anstrengung, die es gekostet, sie zur Reife zu bringen.In der allegorischen Hauptfigur verkündigt sich der Ernst,den die Wissenschaft von ihren Jüngern fordert, in seinerganzen Stärke. Auf einem schlichten, dunkelbraunen, kathederartigenSessel sitzt ein Weib in mittleren Jahren in braunem Gewände, mitweissem, wollenem Ueberwurie. Der Schmuck des Haupthaars fehlt,ein blauer Schleier senkt sich tief auf die Stirn herab und mit hochaufgehobener Rechten fordert es ernsten, strengen Blickes zumForschen nach Wahrheit auf, während die Linke ein auf demSchoosse ruhendes, aufgeschlagenes Buch hält. Aber das Forschensoll kein dumpfes Hinbrüten, kein unfruchtbares, in sich verschlossenesGrübeln ohne Zweck und Ziel sein; es soll zur That werden, inGestalt und Wesenheit auch in die Aussenwelt treten. „Wissen ohneThat gleicht der Biene ohne Honig", sagt Herder. Und so mahnt,wie auf dem einen Arme des Sessels die brennende Oelampel, beischwach im Hintergrunde leuchtenden Sternen, an die nächtlichenStunden erinnert, in denen der Forschergeist nicht ruht und das
* Vergl. die Festrede über Copernieus in deu Schulreden des Verfasseis.Düsseldorf, Schaub'sr.he Buchh. 1860.