< f s
I
nach allen Seiten richtend, theiltc Streben, Forschen und Unterricht."*An der Ostwand steht zunächst der grosse Vorläufer Newton's
3o!jamte0 Kepler
im Gewände des Kaiserlichen Hofastronomen, sich auf einem Pulte,auf dem ein Quartant liegt, auflehnend. In der Rechten hält er dasFernrohr, welches nach ihm benannt ist, während die Linke amKinn anliegt und den Kopf des sinnenden Forschers stützt.
Mit sichtlicher Anstrengung denkt er über ein Problem nach,an welches er die ganze Kraft seiner unbeugsamen Beharrlichkeit,seines divinatorischen Geistes und tiefen Scharfsinns setzt, vielleichtüber die Gesetze des Planetenlaufs, deren Auffindung seinen Namenan die ewigen Sterne unlöslich geknüpft hat und den Reigen derglänzendsten Entdeckungen der neueren Astronomie eröffnet.
Auf dem anstossenden, den Naturwissenschaften gewid-meten Friese ist der zur äussersten Linken stehende Knabe mit mikrosko-pischen Untersuchungen beschäftigt, Hinter ihm wird einem andern,welcher begierig durch ein Fernrohr sehen möchte, der Blick durcheinen engherzigen Finsterling gehemmt, welcher warnend („dieWissenschaft muss umkehren"?) den Deckel vor das Objectivglashält. Zwei kräftige Burschen im Vordergrunde versuchen mit An-strengung aller ihrer Kräfte, — der eine hat seinen linken Fuss gegenden linken des anderen und zugleich seinen rechten gegen den Ober-schenkel des letzteren angestemmt, — zwei luftleere MagdeburgerHalbkugeln von einander zu ziehen. Ihnen zur Seite und zum Theilhinter ihnen sieht man eine Batterie Leydener Flaschen, eine Elec-trisirmaschine und einen chemischen Ofen mit Sandbad, Retorten u.a., dessen Feuer ein am Boden kauernder Knabe mit dem Blase-balg seiner Lungen anzufachen bemüht ist. Neben ihm wandert einjunger Botaniker, einen frischen Blüthenzweig am Hute, die Botani-sirbüchse um die Schulter. Der Zoolog, ihm zur Seite, blickt mitBehagen auf das Aeffchen, das er am Seile führt, wie es auf einemFolianten sitzend sich mit Kennermiene in ein aufgeschlagenes Buchvertieft; der Mineralog, mit einem Hammerstock bewaffnet, kehrtfröhlich heim mit seinem Fund, einer schönen Krystalldruse. Ober-
* Göthe's Werke. Bd. 31. S. 33.