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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
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Schalen auf ein Becken mit Wasser, so daß sie darauf schwimmen und denktsich ein Mädchen und einen jungen Burschen. Stoßen die Schalen mit dervorderen Seite zusammen, so heirathen sich die zwei; berühren sie sich mitden Rückseiten, so wird nichts aus der Heirath. — An demselben Abendgießen die Knaben Blei, um zu sehen, welches Handwerk sie lernen sollen.

Gesträuch, das ein Meineidiger gehauen hat, ins Korn gestellt, verscheuchtdie Vögel. (Mein Vater erzählte, daß in Ilwese ein solcher Mann gewesenwäre, dem hätten die Leute heimlich Bracken weggenommen, oder sie hättenihn zum Holzhauen bestellt, ohne natürlich den Zweck zu verrathen.)

Wenn man die erste Schwalbe sieht, muß man unter dem linken Fußin die Erde graben, so findet man eine Kohle, die gegen das Fieber gut ist.

In manchen Gegenden wird dem Todten ein Pfennig mitgegeben. DerTischler, welcher den Todten in den Sarg legt, erinnert die Verwandtendaran.*)

Wenn das Heerdfeuer sprüht und eine Kohle herabspringt, so giebt esStreit im Hause, wenn man nicht schnell ruft: »In't nawerhüs! In't nawerhüs!«

Ein heller Schein über einem Hause bei Nacht zeigt an, daß es dortnächstens brennen wird. Von solchem Feuervorspuk sagt man: et wabert.

Im Wirbelwind, Küselwind, der warwind genannt wurde, der auf dürrenWegen mit Staub dahinzieht, soll eine Hexe drin sitzen.

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In Wiedensahl wissen die älteren Leute noch viel von den »tatern« zuerzählen, wie sie gewahrsagt, gestohlen und Zaunigel über dem Feuer gebratenhaben. Eine solche Bande ist hier in alter Zeit auch mal her gekommen,dabei ist eine ganz steinalte Mutter gewesen; weil die nun nicht mehr hat weiterfortkommen können, so haben die Tatern hinter einer Hecke ein Loch inden Rasen gegraben, da hat die alte Mutter hineinkriechen müssen. Sie hatwohl gebeten und gefleht, sie möchten sie doch nur noch eine kurze Weileam Leben lassen, aber die haben ihr zugerufen: »Krup unner! Krup unner!Daß dich die Bauernhunde nicht fressen!« Und so haben sie ihrer altenMutter Erde auf den Kopf geschaufelt und sie lebendig begraben. — In der

*) Als mein Onkel in Mechtshausen begraben wurde, hatte der Tischler es vergessen undfragte, ob wir den Sarg auch noch einmal wieder öffnen wollten. O. N.

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