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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
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Wiedensahler Gegend ist die Geschichte jedermann bekannt. In Niedern-wöhren (Nachbardorf von Wiedensahl) sagt man, daß die Alte am Büchen-berge zwischen Wiedensahl und Loccum begraben sei; die Tatern hättendabei gesprochen:

»Krüp unner, krüp unner! de weit is di gramm!

Du kannst nich mer wandern, du musst'r nu ran.«

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Graf Otto von Bückeburg saß einst gefangen in einem fernen Lande.Da gewann er des Schließers Tochter, daß sie ihm zur Freiheit verhülfe, undversprach ihr, sie zu heirathen, und nannte ihr sein Land und seinen Stand.Der Graf hatte aber schon daheim eine Frau, er verließ das Mädchen undvergaß sie, da er nun wieder in sein Land Bückeburg zurückkam. Da nahmdas arme Mädchen ihre Zither und begab sich auf den weiten Weg und wanderteund scblug sich mühsam durch von Land zu Land, bis sie zuletzt an desGrafen Hof kam. Ihre Kleider waren zerrissen, daß sie aussah wie eine Bett-lerin. Da sie nun vor dem Grafen zu der Zither das Lied sang:»Ein Herz, das sich mit Sorgen quält,Hat selten frohe Stunden . . .«so erkannte er sie an dem Liede, fiel ihr um den Hals und küßte sie underzählte seiner Gemahlin, was das Mädchen an ihm gethan und was er ihrversprochen hätte. Da ließ es die Gräfin geschehen, daß er das Mädchen zurFrau nahm, aber mit dem Beding, daß sie ihm an die linke Hand getrautwürde.

Zu Stadthagen im Mausoleum der fürstlichen Familie ist der Graf mitseinen beiden Frauen abgebildet.

Von seinen Eltern wird Folgendes erzählt: Es gaben der Churfürst vonHannover und der Churfürst von Hessen einmal eine große Festlichkeit. Dazuwar auch ein alter Prinz gekommen, der war noch unverheirathet, weil seineEinkünfte nicht ausreichten, eine Frau zu ernähren. Es war auch eine altePrinzessin da, die wegen fehlender Geldmittel ebenfalls noch ledig war. Dawurden die beiden herangeholt und mußten zusammen tanzen, und weil dasden alten Leutchen so wohl anstand, so hatten der Churfürst von Hannoverund der von Hessen ihr Ergötzen daran, gingen zu den beiden hin undfragten, warum sie sich nicht verheirathen thäten? Sie sagten, daß sie dasgerne thun würden, aber sie hätten so schon nur ein kümmerliches Aus-kommen, viel mehr, wenn sie eine Familie ernähren sollten. Da nahm derChurfürst von Hannover den Churfürsten von Hessen bei Seite und sprach:»Schwerenoth, Bruder, laß uns von unseren Ländern ein paar Ämter zusammen-schmeissen, daß die beiden alten Leutchen ein Paar werden können. Kinder

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