kommt mit einer Schaufel aus dem Hause und gräbt unter dem Baume einLoch, um seine Schätze da zu bergen. Dann ruft er: sHerodiannal Hero-dianna! Herodianna!« Der Teufel erscheint bei diesem Ruf, und der Pastorwill ihm den Erdschatz in Verwahrung geben. Da sagt der Teufel, es wärenzwei Augen zu viel da, aber der Pastor beruhigt ihn. Da spricht der Teufel,so wollte er machen, daß der Schatz nur dann gehoben werden könnte, wenneine reine Jungfrau auf einem glinsterschwarzen Ziegenbock darüber ritte. Damit istder Pastor zufrieden und geht fort, nachdem er sein Geld in die Erde gegraben hat.Der Bauer, welcher alles mit angehört hat, geht zu Haus und kauft sichden ersten schwarzen Bock, der im Dorfe jung wird, zieht ihn auf, setzt seinkleines Mädchen darauf und läßt es über die Stelle unter dem Apfelbaumreiten. Die Erde thut sich auf, der Schatz hebt sich, und so ist der Bauerein reicher Mann geworden.
38.*)In alter Zeit ist mal eine Frau gewesen, die war eine Hexe und hatteeine andere Frau ums Leben gebracht, darum sollte sie zu Tode gebranntwerden. Da sagten die Richter, wenn sie ihnen ein Räthsel aufgeben könnte,das sie nicht herausbrächten, so sollte ihr das Leben geschenkt sein. Da be-sann sich das Weib, als es schon auf dem Henkerswagen saß und gab ihnenzu rathen auf, was das wäre:
»Up'n bome satt eck,Ungebören fläisch att eck,Hartläiw (Herzlieb) lüchte mi,Un doch gräode mi.«Das brächten sie nicht heraus, sagten die Richter, was denn das wäre.Da sagte das Weib: die Frau, die sie umgebracht, hätte ein ungeborenesKind getragen, das hätte sie herausgeschnitten, geschlachtet und gegessen;ihr eigenes Kind, Herzlieb, hätte sie auch geschlachtet, das Fett heraus-gebraten und auf die Lampe gegossen; diese Lampe hätte ihr leuchten müssen,als sie auf einem Baume saß und das Fleisch des ungeborenen Kindes aß.
Da mußten die Richter das Weib frei geben und durften es nicht ver-brennen, ob es schon eine Hexe war.
39-
Es heirathete mal ein König seine eigene Tochter, und als sie schwangerward, fürchtete er sich, daß es ruchbar werden möchte und er seines Reichesentsetzt würde. Da brachte er seine Tochter um, schnitt das Kind aus ihremLeibe und ließ es von einer Amme groß säugen.
*) Vergl. Volksmärchen Nr. 19.
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