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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
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Der Knabe war 12 Jahre alt, da wollte der König eine Reise thun. Ergab seinem Sohne die Schlüssel zu allen Zimmern; aber einen Schlüssel zeigteer ihm, in das Gemach, wo der zu paßte, da sollte er nicht hineingehen.Als der Vater fort war, ging der Knabe in alle Zimmer; und endlich nahmer, obgleich es ihm streng verboten war, den letzten Schlüssel, der paßte indie Kellerthür, und als er da hineinging, so lag da eine Frau im Sarge; daswar aber die ermordete Königstochter. Da gab ihr Gott, daß sie sich auf-richten und sprechen konnte: »Der König ist dein Vater und mein Vater«,sprach sie da, »und ich bin deine Mutter.« Dann hieß sie ihm, daß er sichHaut nähme von ihrem Leibe zu Handschuhen, und daß er hinginge in denStall und schnitte einer trächtigen Mähre das Füllen aus dem Leibe; wenndas groß wäre, so sollte er sich darauf setzen und die Handschuhe anziehenvon ihrem Leibe und ausreiten zu einer Königstochter, die sie ihm nennenwürde. Die hätte gelobt, den zu heirathen, der ihr ein Räthsel aufgäbe, dassie nicht rathen könnte. Dann sollte er zu ihr sprechen:»Ungeboren bin ich,Ungeboren reit ich,Und trage meine Mutter an der Hand.«

Das würde sie nicht herausbringen können, was das wäre.

Der Königssohn that, wie ihm seine Mutter geboten hatte. Er zog dasungeborene Füllen groß und ritt zu der Königstochter; die konnte das Räthselnicht errathen und mußte ihn zum Manne nehmen.

40.

In einem Hause war mal ein Rabe, der konnte sprechen. Da ging einesTages die Herrschaft aus, und die Magd, welche sich derweilen etwas zu gutethun wollte, schlug Eier in die Pfanne und backte sich einen schönen Pfann-kuchen. Mit dem so kam die Herrschaft schon zurück, und die Magd, welcheden Pfannkuchen nicht wollte sehen lassen, warf ihn verstohlen in den Trank-eimer. Das sah der Rabe, und nun ging er immer im Hause herum undsprach: »Use maged panke drank! Use maged panke drank!« Da wurdendie Leute aufmerksam, sahen in den Trank und fanden den Pfannkuchen;da mußte die Magd bekennen, daß sie den Pfannkuchen heimlich gebacken hätte.

Wegen des, so kriegte die Magd einen großen Haß auf den Raben;faßte ihn, da ihre Frau nicht zu Hause war und vernähte ihm den Bürzelmit einem starken Flicken, daß er daran des Todes sterben sollte. Als nundie Frau zu Hause kam, so schrie der Rabe in einem fort: »Use magedpanke drank I prün äs täo! prün äs täo!« Da merkte die Frau, daß demarmen Thiere der Bürzel vernäht war, trennte den Flicken säuberlich ab undjagte die treulose Magd aus ihrem Dienste.

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