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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
Entstehung
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In Wiederwahl hat sich früher ein alter Soldat aufgehalten, der war imKriege zum Krüppel geschossen und hatte ein hölzernes Bein und weil erdavon hinkte, so nannten ihn die Leute »Hinkebein«. Er betrank sich viel,war aber sehr beliebt, denn er konnte den ganzen Abend Märchen und andereGeschichten erzählen. Wenn er nun erzählen wollte, so schlug er mit seinerKrücke auf den Stuhl und rief: »Nu höret, kinner, eck will juck wat verteilen.«— So erzählte er auch: Es ist nun schon über hundert Jahre her, da hat aufPastors Hofe bei Nacht immer eine Kutsche mit vier Pferden gefahren; darinsaß der verstorbene Pastor. Die Kühe fingen an zu brüllen, die Thürenschlugen und den Mägden wie dem Knechte wurden die Bettdecken weg-gezogen. Das ist nicht zum Aushalten gewesen. In einer Nacht ist derKnecht aufgestanden und in die Stube gegangen, da hat der Pastor leibhaftighinter dem Ofen gesessen, mit der weißen Zipfelmütze auf dem Kopfe. Alsder Knecht ihn anredete und fragte, warum er immer wieder käme, hat ergeantwortet, das wären seine Sachen nicht. — Zuletzt, weil der Spuk hatgar nicht aufhören wollen, hat man zum Pater geschickt, der hat ihn endlichweggebetet. Das ist nun aber schon über hundert Jahre her.

24.

In einer Mühle im Dorfe kamen allezeit die Mühlenburschen um; siewurden am achten Morgen mit abgebissener Gurgel im Bette gefunden,so daß zuletzt keiner mehr da bleiben wollte. Endlich kam ein beherzterMüllerknecht, der blieb trotz ernster Warnung da.

Der Müller hatte mit seiner Frau keine Kinder, und sie wollte denKnecht verführen; der aber weigerte sich beständig. Des Nachts machte erein Feuer an, legte ein Beil neben sich und siehe da! um zwölf Uhr ginges trapp! trapp! vor der Thür; eine dicke schwarze Katze stand davor. DerKnecht sagte: »Kumm, Katte, un warme di!« Da rief die dicke noch eineMenge anderer Katzen, sprechend:

»Kättchen, wärme dich!Spricht Herme zu mich;«und unversehens fielen sie über den Knecht her, der aber schlug mit demBeil dazwischen und verwundete mehrere, die dicke am Kopfe und an denBeinen. Die Katzen liefen alle heulend weg. Am anderen Morgen war dieMüllerin krank, sie hinkte und hatte den Kopf mit einem Tuche verbunden.Da sah der Bursch, daß seine Meisterin eine Hexe war und ihn als die dickeschwarze Katze mit den anderen Hexen aus der Nachbarschaft so böse ge-plagt hatte. Er sagte es dem Müller, der wollte es nicht glauben.

In der zweiten Nacht kochte der Knecht sich Brei. Die dicke Katze

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