da sie vorüber waren, dem Schimmel das Schwert zurück. Da sprach derSchimmel: »Jetzt, Friedrich, ist deine Prüfungszeit zu Ende; darum so bindedeine Locken los, rüste dich und ziehe an den Hof des Königs. Erst aberthu mir den Gefallen und schlag mir den Kopf ab, daß ich nun auch erlöstwerde.« Weil nun der Schimmel so sehr darum bat, so faßte Friedrich dasSchwert und hieb ihm den Kopf ab. Sobald aber das Blut floß, verwandeltesich der Schimmel in eine schöne Dame, und die war niemand anders, alsdie Schwester des Königs, welche in den Schimmel war verwünscht gewesen.Da ging Friedrich mit ihr an den königlichen Hof und gab sich zu erkennenund erzählte dem Könige, wie das alles so gekommen war. Da ward auchdie Prinzessin aus dem Gartenhause geholt, und der König vermählte sie nunmit Friedrich und stellte eine große Hochzeit an; und als sie zur Kirchegingen, erstaunte alles Volk und freute sich über Friedrichs goldene Lockenund Hände, die blitzten und funkelten wie lauter Gold im Sonnenlichte.
39. Der Schweinejunge und die Prinzessin.
Da war einmal ein Schweinejunge, der kaufte sich, die Zeit zu kürzen,eine Pfeife und drei kleine bunte Ferklein dazu, und brachte es durch Zeitund Fleiß zuwege, daß die Thierlein nach dem Ton der Pfeife gar zierlich aufzwei Beinen tanzen lernten; Galopp und Walzer, kurzum alle Tänze, wiesie des Landes Brauch waren. Wenn er dann seine Heerde hinaustrieb in denWald und sich da lagerte, so zog er sein Pfeifchen hervor und spielte einelustige Weise, und wie er pfiff, fingen die drei Ferklein gleich zu tanzen anund sprangen munter um ihn herum; das war ihm eine liebe Zeitverkürzungin der Einsamkeit des Waldes.
Nun traf es sich, daß er einmal hinaustrieb bis vor der königlichen Prin-zessin ihr Sommerschloß. Da legte er sich unter einen Eichbaum in diewarme Sonne und ließ wieder seine Schweinchen nach der Pfeife tanzen.Das sah von ihrem Fenster aus die Prinzessin und kam ihr so lieb und drolligvor, daß sie sogleich ihre Magd zu dem Jungen hinunter schickte und ihnfragen ließ, ob er nicht von den Ferklein eins verkaufen wollte. »Einenschönen Gruß von der Prinzessin«, sagte die Magd zu dem Jungen, »und obvon deinen schönen bunten Ferklein nicht eins zu kaufen wäre?« »Zu kaufennicht«, sprach der Junge, »aber abzuverdienen. Sage nur deiner Prinzessin,wenn ich eine Nacht bei ihrer Kammerjunfer im Bette schlafen sollte, sowürde ich gern von meinen Ferklein eins hergeben:« Mit dem Bescheid gingdie Magd zu der Prinzessin; die trug aber so großes Verlangen nach demniedlichen Ferklein, daß sie dem Jungen seinen Willen ließ. Darnach als siedas Ferklein hatte, kaufte sie sich eine Pfeife und wollte das Ferklein auch
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