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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
Entstehung
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Einstmals, da der Junge wieder den Schimmel ritt und die Junfer aufdem Hofe spazierte, nahm er den günstigen Augenblick wahr, wo ihn keinerbeachtete, hob die Junfer vor sich aufs Pferd, riß den Käfig mit dem Vogelvon der Wand und jagte davon, so schnell er nur immer konnte. Der König,dem das gemeldet ward, hieß sogleich seine Diener zu Pferde steigen, daß sieden Jungen verfolgen sollten; aber der Schimmel lief wie der Wind überHagen und Zäune, so daß die, welche ihn verfolgten, bald wieder umkehrten,weil sie wohl einsahen, wie vergeblich es war, den Flüchtigen noch weiternachzusetzen.

Der Schimmel rannte nun in vollem Galopp immer weiter und weiterüber den Strom und die Brücke bis vor das Schloß, welches war verwünschtgewesen; da stand er still, als wenn er nun zu Hause wäre; als sie aberhineingingen, waren alle Zimmer fest verschlossen und war zu keinem derSchlüssel zu finden. Nun wohnten da um das Schloß herum Leute, die fragteder Junge, ob sie nicht die Schlüssel zu dem schönen Schlosse wüßten.»Nein!« sagten die Leute, »die sind verloren gegangen; wer sie aber findet,der ist Herr des Schlosses und König über das ganze Land.« Da ging derJunge betrübt zu seinem Schimmel und sprach: »Lieber Schimmel, wir müssenwohl weiter reisen, denn was hilft uns nun das schöne Schloß, da wir dochnicht wissen, wo dazu die Schlüssel sind.« »Nur nicht verzagt«, entgegneteder Schimmel; »es läßt sich wohl noch Rath schaffen; als du damals mit derJunfer über die Brücke rittst, ließ sie die Schlüssel in den Strom fallen;vielleicht kann dir der König der Fische sie wieder suchen.« Da erinnertesich der Junge daran, was der Fisch ihm versprochen hatte, als er ihm dieFreiheit wiedergab, lief schnell an den Strom und rief: »König der Fische,König der Fische!« Kaum hatte er das gesagt, so kam der Fisch ans Ufergeschwommen und fragte: »Was steht zu Diensten?« Sprach der Junge: »Esist schon eine gute Zeit her, da hat eine Junfer ein Bund Schlüssel hier vonvon der Brücke ins Wasser fallen lassen; wenn du mir das wieder schaffenkönntest, so geschähe mir ein großer Gefallen.« »Was in meinen Kräftensteht, will ich thun!« entgegnete der König der Fische; und alsbald rief er seinVolk zusammen und machte bekannt, so und so, zu der und der Zeit, ander und der Stelle wäre ein Bund Schlüssel von der Brücke ins Wasser ge-fallen und verloren gegangen, und wer das wieder fände, der sollte eine guteBelohnung haben. Sieh da! da entstand ein Gewühl und Gewimmel unterden Fischen; der eine schwamm hierhin, der andere schwamm dahin, dennjeder wollte gern die Belohnung empfangen; es dauerte auch nicht lange,so kam einer von den Fischen eilig wieder angeschwommen und meldete demKönige: »Das Bund Schlüssel wäre da, aber es läge ein großer, allmächtigerWallfisch darauf, der wolle nicht von der Stelle rücken.« »Da wollen wirbald zukommen !« sprach der König; »dazu haben wir den Sägefisch mit seiner

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