mit mir nehmen, das hat er mir geboten bei Todesstrafe. Was fange ichnun an? Das sage mir!« »Da haben wirs!« entgegnete der Schimmel; »hättestdu damals, wie ich dir rieth, die Junfer gelassen, wo sie war, so wärest dujetzt nicht in Verlegenheit. Nun heißt es, Schimmel, schaff Rath!« »Ach,lieber Schimmel!« sprach der Junge, »ich will auch von jetzt an immer folg-sam sein, wenn du mir nur diesmal noch aus der Noth hilfst.« Sprach derSchimmel: »So gehe nur, wie der König befohlen, von hier fort, dann willich mich krank stellen, und der Vogel und die Junfer werden auch wohltraurig werden; du aber verkleide dich als alter Arzt und komm zurück undbiete dem König deine Dienste an. Da unter der Schwelle liegt eine Ruthevergraben, damit streiche mir, wenn du wiederkommst, über den Rücken,dem Vogel über die Federn und der Junfer hebe damit den Schleier auf,so wird wohl alles wieder gut werden. Dann reite mich auf dem Hofe spa-zieren, den Vogel laß vor die Thür in die frische Luft hängen, und wenndann die Junfer vor die Thüre kommt, so sieh zu, daß du den rechtenAugenblick wahrnimmst, zieh die Junfer zu dir aufs Pferd, nimm schnell denVogel von der Wand und jage fort, so schnell du kannst«.
Der Junge that, wie ihn der Schimmel geheißen hatte, nahm die Rutheunter der Schwelle hervor und ging fort. Nicht lange war er weg, so lagder Schimmel im Stalle und war krank, der Vogel blusterte die Federn undließ den Kopf hängen, die Junfer aber saß und weinte. Da kam der Junge,nachdem er sich in einen alten Arzt verkleidet hatte, unerkannt wieder andes Königs Hof und bot seine Dienste an. »Ich habe da«, sprach der König,»einen Schimmel, einen Vogel und eine Junfer, die sind alle drei nicht rechtmunter, wenn du mir die kuriren könntest, so wollte ich dir viel Geld geben.«Der Junge sagte, er wollte einmal seine Kunst versuchen, ließ sich zu derJunfer bringen, die den Schleier über das Gesicht gezogen hatte und weinte,hob ihr mit seiner Ruthe den Schleier auf, und da erkannte sie ihn und ließihr Weinen sein. »Damit es aber gänzlich besser mit ihr wird,« sprach derJunge, »muß sie jeden Tag auf dem Hofe die frische Luft genießen; sonstmöchte sie einen Rückfall bekommen.« Jetzt ging es zu dem Vogel. Sobaldihm der Junge mit seiner Ruthe über die Federn strich, hob er den Kopf,putzte sich und sprang munter in seinem Käfig umher. »Er muß aber vordie Thür in die frische Luft gehängt werden,« sprach der Junge, »sonstmöchte er einen Rückfall bekommen.« Nachdem der Vogel kurirt war, gingsan den Schimmel. Sobald ihm der Junge nur mit der Ruthe über den Rückenstrich, war er so munter wie vorher. »Er muß aber täglich Bewegung infrischer Luft haben,« sprach der Junge, »sonst möchte er einen Rückfall be-kommen.« Nun ritt der Junge täglich mit dem Schimmel auf dem Hofeherum, der Vogel ward vor die Thür gehängt und die Junfer spazierte zuihrer Erholung in der frischen Luft herum.
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