gar zu gern; da kann ich schön mit schreiben und dann ist sie gewiß auchviel an Gelde werth; nicht wahr, ich nehm sie nur mit?« »Wenn du meinst,so thu's!« sagte der Schimmel, »aber das sage ich dir vorher, du thätest besser,wenn du sie liegen ließest.« Aber der Junge kehrte sich nicht an die Warnungseines Schimmels, nahm die Feder mit und ritt weiter. — Zu Nacht kam er anden Hof des Königs, da gab er sich für einen Schreiber aus, und der Konig,der gerade darum benöthigt war, nahm ihn in seinen Dienst. Nun schnitt ersich die schöne Feder und schrieb damit. Sie war aber so glänzend und gabso hellen Schein, daß er gar kein Licht anzuzünden brauchte, wenn er desAbends beim Schreiben saß. Das sah einer von der Dienerschaft, ging strackszum Könige und erzählte es ihm, und der König, den es Wunder nahm ließden Schreiber sogleich vor sich kommen, und der mußte ihm nun die hederzeigen. Nicht sobald aber hatte der König die wunderbare Feder gesehen,als ihn auch ein heftiges Verlangen erfaßte nach dem Vogel, der die Federgetragen hatte. »Die Feder ist erstaunlich schön und Goldes werth«, sprachder König, »aber schöner noch und unbezahlbar muß der Vogel sein, der dieFeder getragen hat.« »Ja!« sagte der Junge; »wenn man nur wüßte, wo erzu finden ist.« »Du mühest dich vergeblich mich zu täuschen«, entgegneteder König; »wo die Feder gewesen, wird auch der Vogel sein; darum sogebiete ich dir bei Leib und Leben, daß du mir den Vogel zur Stelle schaffst.«Der Junge erschrack und machte Einwendungen, das half ihm aber alles nichts,denn der König verharrte fest auf seinem Sinn. Da ging er unmuthvoll zuseinem Schimmel in den Stall und klagte ihm sein Leid und sprach: »Achlieber Schimmel, wie will das mit mir noch werden! Nun der Konig dieschöne Feder gesehen hat, nun will er auch den Vogel haben, der sie trug;den soll ich ihm schaffen bei Todesstrafe und weiß doch nicht, wo er zufinden ist. Was soll ich nun beginnen, das sage mir.« »Da haben wirs!«entgegnete der Schimmel; »hättest du damals, wie ich dir rieth, die Federliegen lassen, so wärest du jetzt nicht in Verlegenheit. Es läßt sich aberwohl noch Rath schaffen. Eine gute Strecke von hier weiß ich ein ver-wünschtes Schloß, darin hängt in einem goldenen Käfige der Voge an derWand; darum so wollen wir uns aufmachen und sehen, ob wir ihn nichterlangen können.« Da der Junge das vernahm, schwang er sich alsbald inden Sattel und jagte davon, den Vogel aufzusuchen. Ehe er aber zu demverwünschten Schlosse gelangen konnte, mußte er erst einen großen Strompassiren, darüber eine Brücke geschlagen war. Da er eben hinüber reitenwollte, sah er unten einen Fisch, der war mit einer Kette an das Ufer test-geschlossen und zappelte und mühte sich vergebens, loszukommen »Wo.Schimmel!« sprach der Junge, als er den armen Fisch so zappeln sah, s egab und setzte ihn in Freiheit. »Das will ich dir gedenken « rief der Fisca.wenn du meiner einmal bedürfen solltest, so rufe nur: Konig der Tische.
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