einem zufriedenen Menschen; dem Einen gebrach dies, dem Andern das; somochte sich keiner zufrieden nennen. Da sprachen die Männer untereinander:»Hier in der Stadt finden wir doch nimmer, wonach wir suchen, darum sowollen wir jetzunder auf das Land hinausgehen, da wird die Zufriedenheitwohl noch zu Hause sein,« sprachen s, ließen die Stadt mit ihrem Gewuhlehinter sich und gingen den Weg durch das wallende Korn dem Dorfe zu.Sie fragten von Haus zu Haus, von Hütte zu Hütte, sie gingen in das nächsteDorf und weiter von da, sie kehrten bei Armen und bei Reichen ein, aberkeinen fanden sie, der ganz zufrieden war. Da kehrten die Männer traurigwieder um und begaben sich auf den Heimweg. Wie sie nun so in sorgendeGedanken vertieft über eine Flur dahinwandelten, trafen sie auf einen bchwem-hirten, der da gemächlich bei seiner Heerde lag; indem so kam auch desHirten Frau, trug auf ihren Armen ein Kind, und brachte ihrem Manne dasMorgenbrod. Der Hirt setzte sich vergnüglich zum Essen, verzehrte was ihmgebracht war, und nachdem so spielte er mit seinem Kinde. Das sahen dieMänner des Königs mit Erstaunen, traten herzu und fragten den Mann:wie es käme, daß er so vergnügt wäre und hätte doch nur ein so geringesAuskommen ? »Meine lieben Herren«, sprach der Sauhirt, »das kommt daher,weil ich mit dem, was ich habe, zufrieden bin.« Da freuten sich die Mannerhöchlich, daß sie endlich einen zufriedenen Menschen gefunden hatten, underzählten ihm, in welcher Sache sie von dem Könige wären ausgesandt worden, undbaten ihn, daß er ihnen möchte für Geld und gute Worte ein Hemd vonseinem Leibe geben. Der Sauhirt lächelte und sprach: »So gern ich buch,meine lieben Herren, in Eurem Anliegen möchte zu Willen sein so ist esmir doch nicht möglich; denn Zufriedenheit habe ich wohl, aber kein Hemdam Leibe.« Als das die Männer vernahmen, erschracken sie und gaben nunganz die Hoffnung auf, ein Hemd zu finden, wie es dem Könige Noth thaBetrübt und mit gesenkten Blicken traten sie wieder vor ihren Herrn undberichteten ihm, wie all ihr Suchen und Fragen sei vergeblich gewesen; siehätten manchen gefunden, der wohl ein Hemd gehabt hätte, aber keine Zu-friedenheit, und endlich hätten sie Einen angetroffen, der wäre freilich zufrie-den' gewesen, aber leider hätte er kein Hemd gehabt. ,
So mußte denn der König seine Sorgen ferner tragen und voll Unruheoft Nächte lang auf seinem Bette liegen, ohne daß Schlaf in seine Augenkam, und konnte ihm nicht geholfen werden.
36. Der Herrgott als Pathe.
Es war einmal ein armer, armer Mann, dem wurde ein Knabe^geboren.Da nun die Zeit kam, daß das Kind sollte getauft werden, gmg der Jäteaus, einen Pathen zu suchen, der es über die Taufe hielte; weil aber der
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