gehn, ging das Mädchen in ihre Kammer, zog die Thür hinter sich zu undließ das Fröschlein draußen sitzen. Da klopfte es an die Kammerthür undrief: »Wackres Mädchen, wackres Mädchen! Was du versprochen hast, mußtdu auch halten! Setz' mich in deine Kammer.« Das Mädchen hätte lieberdas Fröschlein draußen gelassen, aber es dachte daran, was es ihm am Brunnenversprochen hatte, nahm es und setzte es in seine Kammer. Nun zog dasMädchen sein Nachtzeug an, löschte das Licht und legte sich zu Bett undmeinte, das Fröschlein würde nun wohl zufrieden sein. Aber nein! es wollteauch bei dem Mädchen im Bette schlafen und rief: »Wackres Mädchen, wack-res Mädchen! Was du versprochen hast, mußt du auch halten! Setz' michin dein Bett.« Da nahm das Mädchen das Fröschlein auch noch zu sich insBett und sprach: »So! Nun sei aber auch hübsch still, sonst muß ich dichwieder hinaussetzen.« Bald darnach, weil das Fröschlein ganz stille war,schlief das Mädchen ein. Den andern Morgen aber, als es aufwachte undsich nach dem Fröschlein umsah, war kein Fröschlein mehr da, sondern lagda ein wunderhübscher junger Prinz im Bette, der lachte das Mädchen freund-lich an, küßte es und sprach: »Ich danke dir, daß du mich erlöst hast.Mein Großvater hatte mich in einen Laubfrosch verwünscht, und nicht eherkonnte ich wieder eine menschliche Gestalt annehmen, bis mich ein Mädchenfreiwillig mit in sein Bett nahm.«
Noch denselben Tag zog nun der Prinz mit dem Mädchen fort in seinKönigreich und nahm sie zu seiner Frau und sie hatte es gut bei ihm bis anihr Ende.
35. Das Hemd des Zufriedenen.
Es war einmal ein reicher König, dem machte das Regieren so vieleSorgen, daß er darum nicht schlafen konnte die ganze Nacht. Das ward ihmzuletzt so unerträglich, daß er seine Räthe zusammen berief und ihnen seinLeid klagte. Es war aber darunter ein alter erfahrener Mann, der erhob sich,da er vernommen, wie es um den König stand, von seinem Stuhle und sprach:»Es giebt nur ein Mittel, daß wieder Schlaf in des Königs Augen kommt, aberes wird schwer zu erlangen sein; so nämlich dem Könige das Hemd eineszufriedenen Menschen geschafft werden könnte und er das beständig auf seinemLeibe trüge, so halte ich dafür, daß ihm sicherlich geholfen wäre.« Da dasder König vernahm, beschloß er, dem Rathe des klugen Mannes zu folgenund wählte eine Anzahl verständiger Männer, die sollten das Reich durch-wandern und schauen, ob sie nicht ein Hemd finden könnten, wie es demKönige Noth that. Die Männer zogen aus und gingen zuerst in die schönenvolkreichen Städte, weil sie gedachten, daß sie da wohl am ehesten zu ihremZwecke kämen; aber vergebens war ihr Fragen von Haus zu Haus nach
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