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Ut oler Welt : Volksmärchen, Sagen, Volkslieder u. Reime
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kam der Königin aber doch sonderbar vor, daß das Mädchen zwei Nächtehinter einander immer denselben Traum gehabt hatte, und weil sie gern gewußthätte, ob etwas Wahres daran sei, so nähte sie einen Beutel, füllte ihn mitErbsen, schnitt ein kleines Loch hinein, daß die Erbsen allmählich herauslaufenkönnten, und hängte ihn an der Prinzessin ihr Bett. In der Nacht kam derRiese auch richtig wieder an; während er aber die Prinzessin forttrug,fielen, ohne daß er etwas merkte, die Erbsen nach und nach aus dem Beutelheraus auf den Boden den ganzen Weg entlang, und als nun die Königinam andern Morgen nachsah, merkte sie wohl, daß ihres Töchterleins Träumenicht ohne Grund waren. Die ausgestreuten Erbsen verriethen ihr den Weg,den der Riese gegangen war, nach dem Gasthause bis vor des Soldaten Zimmer-thür. Da nahm sie den Wirth heimlich beiseite und befragte ihn, wes Standesund Herkommens der Gast wäre, der da bei ihm im Hause wohnte. DerWirth sprach, er wüßte es selber nicht so recht, aber es müßte wohl ein ab-gedankter Soldat sein, der plötzlich zu vielem Gelde gekommen sei; als erangekommen, hätte er eine alte schmutzige Soldatenuniform getragen. Dalief die Königin schnell hin und holte die Wache, die nahm den Soldaten, eheer sich's versah, gefangen und brachte ihn in einen festgemauerten Gefängniß-thurm. Der König, da er die Sache erfuhr, verurtheilte den Soldaten zum Tode.Nun hätte sich der Soldat leicht befreien können, wenn er nur seinFeuerzeug gehabt hätte, das hatte er aber in der Eile in seinem Gasthofeliegen lassen. Den andern Tag sollte er hingerichtet werden. Da saß er nunschon des Morgens ganz früh, da eben der Tag anbrach, ganz traurig vordem Gefängnißgitter, und wie er so auf die Straße hinaussah, ging da geradeseines Win lies Dienstmagd vorbei und hatte Milch geholt. Da rief er dasMädchen an und versprach ihr viel Geld, wenn sie ihm sein Feuerzeug holenwollte, das er auf seinem Zimmer vergessen hätte. Das Mädchen lief auchschnell hin und brachte es ihm. Da schlug der Soldat Feuer und sogleichstand der Riese vor ihm und fragte: »Was befiehlt der Herr?« »Befreie michaus diesem Gefängnisse«, sprach der Soldat. Da lief der Riese fort und holteseine beiden Kameraden, und nun brachen sie die Mauer entzwei, daß derSoldat glücklich in Freiheit kam. Als das geschehen war, sprachen die Riesen:»Wir haben dir nun so viele Dienste geleistet, daß du uns auch wohl denGefallen thun kannst, uns zu erlösen. In dem verwünschten Schlosse hängtin dem ersten Zimmer ein Schwert an der Wand, damit mußt du uns undden wilden Thieren die Köpfe abschlagen, dann hört die Verwünschung auf«»Ja,« sagte der Soldat, »so schwer es mir auch wird, an euch meinen Won -thätern so zu handeln, wenn es nicht anders sein kann, will ich es dochgerne thun. Nur müßt ihr mir aber noch zu guter Letzt die jüngste Prinzessinholen, denn ohne die kann ich nicht leben.« Da liefen die Riesen fort undbrachten sie ihm. Der Soldat nahm sie nun mit nach dem verwünschten

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