Ferne alles mit angesehen, was sich auf dem Drachenstein zutrug, und da ersah, daß der, welcher den Drachen getödtet hatte, fort und die Prinzessin alleinwar, stieg er zu ihr hinauf und bedrohte sie mit heftigen Worten, daU sieschweigen oder auf der Stelle sterben müßte; und dann nahm er zum Wahr-zeichen die sieben Drachenköpfe mit und ging mit der Prinzessin zu ihremVater dem Könige und gab sich für den aus, der den Drachen besiegt unddie Prinzessin erlöst hätte. Die Prinzessin stellte aber die Bedingung, daß erstüber ein Jahr die Hochzeit gefeiert werden sollte.
Der rechte Drachentödter war unterdeß weiter geritten und kam an einfließendes Wasser, da hinüber führte eine Brücke, die war so beschaffen, daßsie wegfloß, wenn einer hinüber war. In demselben Augenblicke, da derJunge auf der andern Seite ankam, wurde die Brücke auch von dem Stromehinweggerissen. »Das ist noch einmal gut gegangen«, sprach er, »es war Zeit,daß ich hinüberkam.. Nicht lange war er geritten, so kam er an ein ver-wünschtes Schloß, da war kein Baum und kein Strauch und war alles stillund Öde. Bei dem Schlosse war aber ein großer Pferdestall mit vielen^Pferdendarin; denen kam der Hafer von selber in die Krippen; da brachte dei Jungesein Pferd in den Stall und ging dann in das Schloß hinein.
In dem Schlosse waren zwei Junfern; ^ eine war weiß dK :anderewar schwarz; die weiße lag im Bett und war nicht lebendig und auch nichttodt und konnte kein Wort sprechen; die schwarze aber redete den Jungen anund sprach: »Du hast hier eine schwere Aufgabe zu vollbringen wenn duuns und unser Schloß erlösen willst. Drei Nächte hmtereinander muß^ duwachen und darfst kein Auge zuthun; schläfst du aber ein so «k^eine alte Zigeunerin, die macht dich todt.« Darnach brachte sie ihn m e^nschönes Zimmer, gab ihm gutes Essen und Trinken und heß ihi allen, Bdrei Uhr in der Nacht hielt es der Junge aus und blieb wachda^Jaber auf einmal so müde, daß er fest einschlief. Da kam die alte Z geune nhereingeschlichen und trug ein großes Beil in der Hand damit hackte sie denJungen in vier Stücke, trug ihn in ein Faß und salzte ihn ein
Um dieselbe Stunde stand der andere Bruder daheim bei dem Messund sah, daß es auf einmal rostig wurde. »Nun ist mein BruderingpoB«Noth,« sprach er; .aber ich lasse ihn nicht im Stich es mag kommen *Kes wi11.« Sogleich setzte er sich auf sein Pferd nahm seinen Hund seinSchwert und seine Pistole mit, verabschiedete sich bei Vater und Muttei undzog fort, seinen Bruder aufzusuchen. Rn ,j. r
Er kam auch in die Stadt und in dasselbe Wirtbshaus, wo sein Bruderzuletzt eingekehrt war, und als ihn der Wirth kommen sah, meinte er es wäreder andere und sprach: »Ihr kommt ja früh zurück; ich man«, Ihr wollteerst über ein Jahr wieder hier sein, und jetzt ist doch kaum em halbesverflossen.« »Ach, Herr Wirth«, sagte der Junge; »Ihr haltet mich gewiß
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